Warum die Schwarzmalerei plötzlich Realität ist – zur Zukunft der deutschen Wirtschaft
Shownotes
„Tatsächlich ist jetzt flächendeckend die Hölle los."
Vor zwei Jahren galten die beiden noch als Schwarzmaler. Heute klingt ihre Prognose fast harmlos. Martin Lambrecht ist Restrukturierer und Insolvenzverwalter – er sieht die Wirtschaft von ihrer dunklen Seite, dort, wo Unternehmen kippen, bevor es in der Zeitung steht. Und was er erlebt, deckt sich mit dem, was wir bei Kraus & Partner täglich sehen.
Die zentrale Frage dieser Folge: Erleben wir gerade eine vorübergehende Delle – oder etwas Systemisches? Lambrechts Antwort ist unbequem. Denn anders als früher kippen heute nicht nur schlecht geführte Betriebe. Es trifft fleißige, kerngesunde Mittelständler, denen schlicht der Business Case wegbricht. Man saniert nicht mehr in stabile Märkte hinein, sondern rennt fallenden Märkten hinterher.
Wie kommen wir da raus? Lambrecht hält wenig von der Idee, Komplexität ließe sich von oben durchsteuern – am Kommunismus sei genau das gescheitert. Stattdessen brauche es wieder Vertrauen in freie Märkte, flankiert von einer sozialen Komponente. Spannend wird es bei der Leistungsfrage: Nicht die Stunden zählen, sondern der Wert, den jemand schafft. „Jemand kann doch nur 10 Stunden arbeiten, wenn er das wegschafft, was ein anderer in 50 nicht hinkriegt." Selbst der Betriebsrat, der für die 35-Stunden-Woche streitet, verhandelt plötzlich bis tief in die Nacht – wenn er ein Ergebnis sehen will.
Was nehmt ihr mit? Die alarmierendste Kennzahl ist nicht der Umsatz, sondern die Investition. Und die fließt gerade ab statt zu. Heißt: Diese Krise dauert nicht Monate, sondern Jahre. Klingt düster. Aber Lambrecht bleibt überzeugt, dass wir es hinbekommen – vielleicht erst, wenn der Druck groß genug ist. „Der Änderungswille ist da, und zwar bei allen Seiten."
Ihr möchtet mit uns in Kontakt bleiben?
Hier gehts zur Folge "Erfolgreich durch die Krise"
Transkript anzeigen
00:00:07: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Transformation To Go.
00:00:11: Heute im Podcast sind unser CEO, Dr.
00:00:13: Georg Kraus sowie Martin Lammbrecht.
00:00:16: Wenn ihr die erste Folge erfolgreich durch die Krise noch nicht gehört habt, dann fangt am besten da an!
00:00:22: Jetzt aber erstmal viel Spaß bei dieser Folge.
00:00:32: Herzlich Willkommen zu einer weiteren Folge Transformation to go heute mit Martin Lamprecht.
00:00:40: Herzlich willkommen, lieber Martin.
00:00:42: Ja,
00:00:42: freue mich, dass ich wieder hier sein darf!
00:00:45: Mein Name ist Georg Kraus und ich bin Gründer von Kraus & Partner und ich würde mal sagen Hausmeister auch bei Kraus&Partner.
00:00:53: Und habe heute das Vergnügen mit dir einem restrukturierenden Insolvenzberater-Verwalter.
00:01:01: Wie sagt man?
00:01:01: Verwalter?
00:01:02: Ja.
00:01:02: Ich
00:01:03: versuche nicht in die Insolvens zu beraten sondern diese zu verwalten wenn sie kommt.
00:01:09: Martin, wer kennt uns jetzt auch schon einige Jahre?
00:01:12: Und wir hatten glaube ich vor zwei Jahren hier ein Podcast wo wir über die dunklen Wolken, die demnächst über Deutschland dann ziehen werden gesprochen und die Krise, die sich ankündigen wird.
00:01:25: Und wie siehst du es denn?
00:01:26: ist sie da oder nicht?
00:01:28: Vor zwei Jahren galt man mit der Position ja fast als Schwarzmaler und man würde die Wolken halt zu dunkel sehen.
00:01:37: Ja, mit unserem Podcast haben wir darüber gesprochen.
00:01:39: Wieso eigentlich?
00:01:40: Woraus sich diese dunklen Wolken bilden und hatte auch in dem Zeitraum in der Wirtschaftsprücheverzeitung IDW Live ein Artikel geschrieben, der war überschrieben mit Dramatisch schlecht wo ich angekündigt habe was möglicherweise passieren wird Auch das als Schwarzmalerei bezeichnet.
00:01:55: Und Ich muss sagen Wir beiden lagen mit unserer Prognose sehr richtig.
00:01:59: Man kann gar nicht sagen goldrichtig man müsste sagen schwarzrichtig weil tatsächlich jetzt flächendeckend die Hölle los ist.
00:02:07: Es ist verrückt, wie sich gerade die Wirtschaft entwickelt.
00:02:10: Und es wird eigentlich auch gar nicht in der Presse so wirklich dargestellt, was wir tagtäglich erleben.
00:02:15: Genau und zwar über alle Branchen.
00:02:18: Also das ist nichts, sodass man jetzt sagen kann okay, man liest in einer Zeitung Automotive ist schwierig, Zulieferer ist schwierig sondern es geht ja über alle Branche muss eben sagen Deutschland lebt eben auch von Automotive.
00:02:28: also wenn Automotiv Schluck auf hat haben die anderen dann sofort die Krise aber beschränkt sich ja nicht darauf oder es geht viel weiter.
00:02:37: Energieintensive Unternehmen.
00:02:39: Also alles Stahlverarbeitung, Gießereien, Glas, Papier – das sind ja alles Branchen die energieintensiv sind und sind auch betroffen.
00:02:48: Man könnte jetzt weit ausbreiten das Feld, man müsste schon fast lange überlegen welche Branche gerade nicht betroffen ist.
00:02:56: Ja seit vielen Jahren ist auch die Unternehmensberatungsbranche nicht mehr so wachsend wie es eigentlich in den letzten Jahre war.
00:03:03: Also wenn du jetzt nicht gerade in der Restrukturierungsbranche bist, der Unternehmensberatung wird das Geschäft dummerweise grade blüht.
00:03:14: Die anderen Branchen haben auch ihre Herausforderungen.
00:03:16: Das stimmt übrigens, wobei man dazusagen muss die Restrukturierung branche war ja auch in der Krise.
00:03:21: also wir haben zwei tausendsechzehn gegründet.
00:03:24: dass galt als low der restrukturierungsbranchen wurde damals gefragt wieso man sich trauen würde in diese Branche rein zu gründen.
00:03:31: und so sagen sind wir jahrelang gegen den Trend gewachsen und mittlerweile kommt uns der Trend entgegen.
00:03:38: Und seit zweiundzwanzig Wachsungen weiter sind jetzt knapp fünfzig Leute, ich kann nur sagen was auf meinem Schreibtisch los ist habe ich so noch nicht erlebt.
00:03:47: Ja das geht uns ähnlich.
00:03:48: also die Anfragen auch mit Werkschließungen, Werksverlagerungen oder ganz einfach wo man den Unternehmen kurz vor der Insolvenz noch versucht zu helfen.
00:04:02: Ganz viele Unternehmen wandern jetzt von einer Strategie- und Ertragskrise in eine Cashkrise.
00:04:10: Und Liquiditätskrise rein.
00:04:11: Genau, das ist ja das Interessante bei unserem Austausch, den wir auch immer pflegen dass du kommst etwas früher, du kommest in der Transformation ich komme etwas später.
00:04:19: Jetzt muss man sagen hat sich unser Handlungsraum erweitert?
00:04:21: Wir wurden früher angerufen wenn eigentlich kein Geld mehr da war Wenn jetzt übermorgen die Löhne fällig waren und man sie nicht mehr zahlen kann.
00:04:28: Mittlerweile kommen wir Viele Monate früher, Gott sei Dank muss man sagen.
00:04:32: Oftmals lassen sich ja dann auch Insolvenzen oder Insolventen nahe.
00:04:36: Verfahren des Stabilisierungs- und Registrierungsrahmen nicht so mal insolvenznah lassen sich noch vermeiden wenn man früh genug kommt.
00:04:44: Tatsache ist aber dass die Themen sich einfach wahnsinnig helfen.
00:04:50: Und somit begegnen wir uns jetzt thematisch immer mehr.
00:04:54: Wir rutschen mehr rein in die schwierigen Situation Und du bist früher dran.
00:05:00: Es ist auch spannend, wie sich da so unsere Felder dann eher angenähert haben in den letzten Jahren?
00:05:06: Genau und man muss eben auch dazu sagen, wenn man jetzt tatsächlich in die Liquiditätskrise oder sogar ins Insolvenzverfahren kommt, das nehmen wir mal die weichste Form des Insolventenverfahrens der Schutzschirm.
00:05:16: Viele werben ja mit dem Schutzschirmen.
00:05:17: Ich kann nur sagen, Schutzschimm ist tatsächlich die schönste Variante, weil man denn von schönen Varianten reden kann, weil sie am wenigsten Haftungs geneigt ist und am ehesten die Sanierung ermöglicht.
00:05:26: Bedarf natürlich eines frühen Antrags.
00:05:29: Aber auch da muss man sagen, früher hat man in stabile oder wachsende Märkte reinsaniert.
00:05:33: Das heißt wenn man Unternehmen bekommen hat das Schwierigkeiten hatte, da haben wir bestimmte Dinge restrukturiert, vielleicht mal Personal angepasst oder irgendwas gemacht was notwendig war und dann hat man einen stabilen oder wachsenen Markt reinsanieren.
00:05:45: danach konnte man es noch nie wieder entlassen mit einem Insolvenzplan.
00:05:48: Das Unternehmen ist dann wieder gesund im Markt, mittlerweile saniert man in Fallene Märkte Und man rennt quasi dem fallenden Markt mit der Sanierung hinterher und das macht es einfach oftmals noch mal schwieriger.
00:06:00: Hinzu kommt, dass auch gut was vieler Insolvenzwalter als einfachsten Weg aufwählen, der schlichte Estetil, was ja eine intellektuell unterbelichtete Lösung ist also der schnelle Verkauf des Unternehmens auf irgendwie neuen... So wurden ja jahrelangen Unternehmen scheinsaniert.
00:06:15: Und es gibt einfach diesen Investorenmarkt nicht mehr.
00:06:17: in gleicher Weise, das heißt diese Lösung fällt heute oft auf aus und damit kommt es häufiger auch zur Abwicklung und Schließung wenn man nicht einen anderen Instrumentenkasten zum Beispiel Insolvenzplan mitbringt?
00:06:27: Naja weil eigentlich was du ja sagst ist... In der Vergangenheit war's eher so dass Managementfehler und Missmanagement dann zu einer Insolvent geführt hat und dann wars klar gut Wenn man jetzt die Fehler und die Hausaufgaben macht, und das dann entweder verkauft oder wieder saniert kann es dann weitergehen.
00:06:47: Jetzt ist es so dass manchmal gut geführte Betriebe aufgrund des fehlenden Business Cases in die Krise rutschen.
00:06:54: Und wenn der Business Case nicht mehr da ist was willst du machen?
00:06:57: Ganz wichtiger Punkt in der Tat.
00:07:01: Man kann auch jemals sagen, dass früher nicht das Management ist schuld.
00:07:04: Manchmal gab es besondere Ereignisse, die dazu geführt haben.
00:07:07: Oftmals war's aber so, dass das Management... Also man muss sagen dieser berühmte Spruch, der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.
00:07:14: Das kommt nicht ganz von ungefähr.
00:07:16: Das trifft oft zu.
00:07:18: Das ist tatsächlich anders geworden.
00:07:20: Man hat teilweise trifft jetzt auf Unternehmen, auf Mittelständler die fleißig und gut sind aber plötzlich auch Herausforderungen treffen die sie nicht mehr bewältigen können.
00:07:28: was ich in den letzten Wochen erlebt habe das finde ich fast ein bisschen erschreckend.
00:07:34: Ich arbeite sehr viel mit Gewerkschaften und Betriebsräten und ich verstehe die Arbeitnehmervertreter oder ich versuche deren Position zu verstehen weil man mit denen gemeinsam sanieren muss.
00:07:47: Verstehen, es sind auch die Gewerkschaftsvertreter vor Ort.
00:07:50: Jetzt muss man mal sagen wenn jetzt man sich den DGB-Bundeskongress und Frau Fahimi anhört zum Beispiel was dann für Äußerungen kommen.
00:07:57: zb der Sozialstaat darf nicht von der Kassenlage abhängen.
00:08:01: da muss man sich echt fragen ob bei denen eigentlich angekommen ist wo wir stehen wirtschaftlich und dass man Dinge verändern muss, weil es sonst nicht gut geht.
00:08:09: Und zwar für wen geht's nicht gut?
00:08:11: Wir beiden werden oder leben ja gerade so von der Krise was traurig ist.
00:08:14: aber jetzt tickst du und ich ja nicht nur als Rehschulierungsberater, der davon lebt wir ticken auch als Bürger!
00:08:18: Und wir sehen was kommt und wir werden die nächsten Jahre gut durchkommen.
00:08:24: Wen es trifft, ist der Arbeiter, der den Job haben will, den Job behalten will und ich meine das man eben an denen denken muss noch für den streiten muss und die Positionen die zum Teil bezogen werden entsprechen nicht dem Interesse breiter Bevölkerungsteile, die eigentlich in einem Stabilen Wohlstand leben wollen.
00:08:44: Ist immer schwer, Abschied zu nehmen von sozialen Errungenschaften?
00:08:49: Ja
00:08:49: enorm schwer!
00:08:50: Also das ist fast unmöglich weil du ja dann letztendlich auch als der, der dafür gekämpft hat jahrzehntelang für etwas gekämpfen hat um es zu haben.
00:09:00: Jetzt aber springen wir mal in dieses Thema rein.
00:09:03: ich verstehe wenn mir Arbeitnehmervertreter gegenüber sitzen und sagen, sie hätten gerne eine Gehaltserhöhung die zumindest mal der Inflationsrate entspricht.
00:09:11: Da sage ich immer das kann nicht nachvollziehen.
00:09:13: ja man möchte nicht weniger verdienen.
00:09:15: Die Arbeit soll gleich wertgeschätzt werden.
00:09:17: dass man zu Lohnkürzungen... Ich finde immer wenn wir auch mehr Zeitung haben also dies ist das Management versucht Lohn kürzung durchzusetzen.
00:09:23: Eine Lohn Kürzung sagt dem Menschen du bist nicht mehr das Wert was du vorher wert warst.
00:09:27: Das funktioniert nicht und das finde ich auch Ist kein Verhandlungsansatz.
00:09:31: Man kann Arbeitszeiten erhöhen bei gleichem Lohn.
00:09:34: Das ist auch eine faktische Lohnkürzung und die Leute sagen, ich kriege das Gleiche auf die Tasche und kann genauso leben wie vor.
00:09:39: Ich muss dafür zwei Stunden mehr
00:09:40: arbeiten.".
00:09:40: Das kann man verhandeln.
00:09:41: was ich teilweise wo ich mich sehr schwer mit tue ist wenn heute immer noch über Arbeitszeit Kürzungen geredet wird oder auch den Ausbau von Urlaubstagen weil ich einfach sage wir stehen mittlerweile stärker denn je im internationalen Wettbewerb.
00:09:56: Tageurlaub oder Dreißig-Tageurlaub sind eine Errungenschaft.
00:09:58: Das finde ich auch gut und wenn jemand viel arbeitet, soll er auch seinen verdienen Urlaub
00:10:02: bekommen.".
00:10:02: Wenn aber dann über thirty-fünfe und achten dreißig Tageurlaube gesprochen wird als weitere Forderungen?
00:10:09: Da sage ich einfach Leute lasst die Kirche im Dorf mit euren Forderung.
00:10:13: Wir müssen im internationalen Wettbewerb zurechtkommen und schaut euch um wie die arbeiten.
00:10:18: da dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren.
00:10:20: Ja, das ist ein ganz spannende Frage.
00:10:23: Ich habe da so ein ambiges Verhältnis zum Thema Arbeitszeit an sich weil wir kommen ja von der Zeit wo die Leistungsfähigkeit einer Organisation oder von Menschen anhand der Anzahlstunden die sie irgendwo verbracht haben messen.
00:10:40: und je mehr wir in die Automatisierung reingehen Wissen wir ja, dass nicht die Stunden, die jemand verbringt relevant sind.
00:10:49: Sondern das was man bewirkt.
00:10:52: und ich sage immer du, jemand kann auch nur zehn Stunden arbeiten wenn er in den Zehstunden das wegschafft was ein anderer in fünfzig nicht hinkriegt.
00:11:02: Und wir kommen aber nicht aus dieser Denke weil wer immer noch gefangen sind in diesem traditionellen Bild Die Anzahl der Stunden ist relevant zur Einschätzung der Leistung
00:11:12: Ja es tatsächlich.
00:11:13: irgendwie muss man sagen komme ich ja traditionell gar nicht aus diesem Feld.
00:11:17: Billable Ours, so abrechenbare Stunden und Tagesitzern.
00:11:20: Die Insolvenzverwaltung hat ja eine Pauschalvergütung.
00:11:22: jetzt beraten wir mittlerweile auch.
00:11:24: das heißt da kommt man von diesem Billable-Ours Thema nicht wirklich weg weil man eben abrechenbaren Stunden hat.
00:11:30: aber in der Tat ist dann noch die Diskussion um Stundensätze zum Beispiel eine ganz komische Diskussion.
00:11:35: wenn ich etwas in einer Stunde schaffe wo andere vier brauchen könnte mein doppelt meinen stunden Satz doppelt so hoch sein.
00:11:40: ich wäre trotzdem der bessere Ansprechpartner.
00:11:42: es heißt diese Diskussion tatsächlich um zeitwert ist nie wirklich zielführend und sinnstiftend.
00:11:49: Jetzt muss man dazusagen, jetzt könnte ich etwas schmunzeln sagen du hast gut reden, du arbeitest auch rund um die Uhr!
00:11:54: Aber das tun wir ja nicht.
00:11:55: und ich muss jetzt sagen, ich habe heute mitten der Nacht heute noch einen Sanierungsplan versendet.
00:12:00: wenn ich sage, mitten in der Nacht war es, mitte in der nacht.
00:12:03: Ja und wir beiden haben gut reden.
00:12:04: Das muss man dazu sagen, dass ist aber ja nicht weil ich da noch Zeit erbringen will um die abzurechnen sondern weil ich sage das Thema muss raus um zu einer Lösung zu führen.
00:12:14: Das heißt, wir setzen ja unsere Zeit ein um das zu dem Ergebnis zu gelangen.
00:12:18: Und da muss ich sagen tatsächlich wenn ich es auf meine vielen jungen Kollegen sehe und Kolleginnen die ich da im Büro habe... Die sind einfach hochgradig motiviert!
00:12:27: Wenn sie eine Lösung erreichen wollen?
00:12:29: Wenn ich denen sagen würde übrigens jetzt ist acht Stunden rum jetzt gehen Sie mal genau Punkt nach Hause dann wären die tot unglücklich weil sie an dem Tag die Lösung erreichen wollen.
00:12:37: Und weil Sie wissen, ich meine der Unfallchirurg kann auch nicht vom OP-Tisch weggehen und sagen Leute acht Stunden nicht jetzt nach Hause Feierabend wenn der Patient dann noch den letzten Schnitt braucht.
00:12:46: Und weißt du das ist so dass wenn wir in einer... Wenn wir das dem Begriff der Leistungskultur oder Leistungsgesellschaft kannst du auch sagen?
00:12:55: Weil wir sind ja auch international im Wettbewerb um eine Leistungs-Gesellschaft.
00:12:59: Kannst du es mit vielen Stunden oder Du kannst es mit viel Effizienz machen Den Eindruck, den ich habe, dass weder das eine noch das andere mehr da ist.
00:13:09: Wenn du nicht mal mehr die vielen Stunden erbringst und dann in den Stunden, die du da bist, nicht einmal mehr den Anspruch hast quasi Leistung zu bringen oder etwas abzuliefern was dann am Ende Mehrwert erzeugt, dann hast du ein Dilemma.
00:13:25: Und wir sind auch im Umbruch jetzt in unseren westlichen Gesellschaften.
00:13:29: wie messen wir überhaupt Leistungen wenn es nicht mehr die Stunden sind?
00:13:32: Beispiel Homeoffice und ähnliches.
00:13:34: Wenn du nicht mehr die Stunden hast als Messgröße, beziehungsweise die immer weiter runtergehen?
00:13:40: Woran willst du noch Output und Leistung dann messen?
00:13:42: Ja wobei das ist ja auch in unserem Bereich tatsächlich immer so einfach ist es nicht.
00:13:46: aber wenn ich zu einem, jetzt nehmen wir mal unseren Bereich, wenn ich zur Amasinierungsergebnis komme, weil wenn ich jetzt mit dem Betriebsamt oder IG Metall viele Stunden bis nachts teilweise verhandelt und da muss man sagen plötzlich der Arbeitnehmer der für die fünf drei Stunden Woche streitet der verhandelt plötzlich im Betriebsrat sitzen bis nachts, weil er eine Lösung will.
00:14:03: Das heißt auch der hat den Willen zu einer Lösung zugelangen und der bringt dann die fünf dreißig Stunden an zwei Tagen.
00:14:10: jetzt sage ich mal so sprich die Menschen haben oft hohen Leistungswillen und zwar wenn sie sehen es führt zu etwas das führt einem Ergebnis.
00:14:17: Und ich muss sagen tatsächlich auch wenn ich jetzt auf meinen Büro schaue Die Leute und Ich würde nicht sagen dass die Gesellschaft flächendeckend weniger Leistungsbereite, soll das diese leistungsbreiten Menschen nicht mehr gibt.
00:14:28: Die gibt es in allen Altersklassen, in allen Generationen und die Generation ist immer noch hochgradig leistensbereit.
00:14:34: aber tatsächlich die Frage wie mäßigt das?
00:14:37: Wie vergütet ich dass?
00:14:38: Wie integriere ich oder rechne ich zukünftig den Einsatz von KI ab?
00:14:43: Das sind hochgradige spannende Fragen.
00:14:45: aber wo wir hinkommen müssen ist sozusagen Leistung weiterhin zuzulassen und zu belohnen
00:14:49: Und genau das ist der Kernpunkt und das werden wir nicht mehr über die Stunden alleine machen können.
00:14:54: Da brauchen wir andere Systeme, die danach natürlich auch erst mal als ungerecht angesehen werden.
00:14:59: Warum kriegt der eine, der jetzt nur so viel Stunden gearbeitet hat?
00:15:02: Er hat auf einmal so viel mehr Geld weil er etwas produziert hat, weil er was abgeliefert hat und einen Mehrwert geschaffen hat.
00:15:09: Es geht um ein dänglicher Added Value.
00:15:12: Wie viele Added value bring ich?
00:15:13: Ja
00:15:14: welche Wertschöpfung erzielt derjenige dabei?
00:15:16: auch sagen es gibt ja viele Themen, die Homeoffice Kein Forschungsgespräch heute, worum das Stichwort nicht begegnet.
00:15:24: Wie sieht es bei Ihnen mit Homeoffice aus?
00:15:26: Und ich sage mal Sponsoren, ja, bei uns sind alle Mitarbeiter ... Ich meine jetzt alle Mitarbeiter!
00:15:29: Da setze ich ein bisschen zu den Assistenten.
00:15:30: und so sind alle hochgradig flexibel, weil allen Laptop haben, alle können auch zu Hause arbeiten.
00:15:36: Wir sagen immer, dass Homeoffices schafft nicht die Atmosphäre und nicht die Abstimmung, die ich brauche zwischen Menschen um zum Bestmöglichen Ergebnis zu kommen.
00:15:45: Und ich sag den Leuten Leute wenn ihr im Büro seid, die Ergebnisse werden besser.
00:15:49: Und wir haben junge Menschen bei mir schon im Team gesagt, die im Forschungsgespräch noch nach Homeoffice-Tagen gefragt haben.
00:15:56: Sie würden mit heute total gerne kommen und sie würden auch verstehen warum ich die Leute vor Ort haben will weil einfach – wie eine KI kann zu Hause im Serverraum im dunklen Keller möglichst kühl, ja?
00:16:06: Kann die alles ausrechnen!
00:16:08: Der Mensch hat den Vorteil der sozialen Interaktion und der soziale Kreativität und die meine ich.
00:16:14: jetzt gibt's Jobs die können das genauso.
00:16:16: Ich will das Home Office gar nicht schlecht reden aber in unserem Bereich ist das Homeoffice nicht geneigt dazu, zu den besten Ergebnissen zu führen und deswegen sozusagen bin ich zum Beispiel ein großer Freund von Flexibilität aber zugleich von Präsenz.
00:16:28: Ja in die Kombination ist wichtig.
00:16:32: Martin du bist ja jetzt sozusagen an der Quelle dessen was gerade auf der dunklen Seite der Wirtschaft passiert also diese Ecke über die man ungern redet, Firmen den schlecht geht.
00:16:44: Firmen die in die Krise rutschen.
00:16:46: Firme die abgewickelt werden müssen oder gerettet werden müssen.
00:16:50: Wir haben ja angefangen mit dem mit den dunklen Wolken.
00:16:55: Wenn ich dich mal so fragen würde wenn du das alles siehst was müsste denn die Politik?
00:17:00: Was müsst ihr denn?
00:17:02: Was müssten wir denn als Gesellschaft jetzt noch ändern um?
00:17:06: Oder vielleicht war ich sogar anders?
00:17:07: ist es nur eine kurze Phase von ein paar Monaten und dann geht es wieder bergauf?
00:17:12: oder haben wir was Systemisches gerade, das geändert werden müsste?
00:17:16: Ja ich glaube wir haben etwas Systemisches.
00:17:19: Und es wird keine kurze Phase sein.
00:17:21: Es wird lange dauern und ich glaube dass man das sehr kurz fassen kann, was wir wieder mehr bräuchten.
00:17:28: Das braucht man gar nicht über Details zu reden und auch gar nicht parteipolitisch zu werden.
00:17:33: Ich glaube das Vertrauen in freie Märkte.
00:17:36: Ich glaube, man muss einfach den Markt wieder vertrauen dass der Markt zu guten Lösungen kommt.
00:17:41: Jetzt muss man sagen was mir am Herzen liegt ja wir brauchen eine soziale Marktwirtschaft.
00:17:45: also schwache die nicht können oder die am freien Markt nicht teilnehmen können aus irgendwelchen Gründen die begründet sind.
00:17:50: Die müssen mitgenommen werden vom System.
00:17:52: aber wir müssen dem Markt wieder Vertrauen.
00:17:54: also wir müssen wieder glauben das der Markt für den besten Lösungen führt.
00:17:57: und dieses Vertrauen ist erstmal.
00:17:59: ich habe manchmal den Eindruck dass die Politik dieses Vertrauen selbst nicht hat oder daran nicht glaubt auch nicht so ausgebildet ist dass sie es versteht und dass auch in Teilen der Bevölkerung, vielleicht auch zu weiten Teilen dieser Bevölkerung dieses Vertrauen, dass der Markt mittlerweile oder freie Markt mittlerweile fast als Schimpfwort gilt.
00:18:16: Und da muss ich sagen, letzten Stand eine sehr tolle junge Menschen aus meinem Büro Formio und also Studenten- und wissenschaftliche Mitarbeiter, Werkstudentinnen... Und die fragte ich dann spontan so kann man in den Sinn was halten sie ja nicht von der Mietpreisbremse?
00:18:30: Und dann sagten wir zum Jahr, die fänden sie prima, denn hätten sie eine Chance günstig Wohnung zu bekommen!
00:18:34: Und habe ich gesagt, und bekommen Sie leicht eine Wohnung?
00:18:36: Nein, ist ja ganz schwierig.
00:18:37: Sollte ich uns jetzt erklär' ich Ihnen mal den Zusammenhang zwischen Mietpreisbremse und Schwierig-ne-Wohnung zu bekommen.
00:18:43: Da fehlt mir einfach in den Schulen dann müsste es einfach ne folgswirtschaftliche Grundausbildung geben dass die Leute mal verstehen wie sie Angebote nachfragen und wie sich eigentlich in diesem System eine MietPreisbrennse auswirkt.
00:18:53: Also da wird's wirklich erschreckend!
00:18:56: Da probiert man in einem Bundesland.
00:18:59: Berlin ist ja failed state, muss man leider sagen.
00:19:01: Probiert man die Mietpreisbremse aus?
00:19:02: Also hat man zündet ein Testballon in einem Bundesland.
00:19:05: Es geht furchtbar schief.
00:19:07: Ja es wird immer schlimmer, jeden Monat.
00:19:09: Und statt da zu sagen das System scheint irgendwie ein dummes Zu sein versucht man dieses System jetzt bundesweit auszurollen.
00:19:15: So und ich glaube einfach dass wenn man den freien Märkten unter mit einer sozialen Komponente Wenn man ihn wieder vertrauen würde hätten wir sehr schnell eine Bewegung in die richtige Richtung.
00:19:26: Ja, das ist ja eigentlich was du ansprichst.
00:19:28: Die Selbstüberhöhung, dass man Komplexität überschauen kann und steuern kann.
00:19:35: Daran ist ja faktisch der Kommunismus gescheitert.
00:19:37: Wir hatten ja sogar einen Großversuch.
00:19:41: Solche Komplexitäten von Märkten lässt sich halt nicht steueren.
00:19:44: Und ich verstehe zum Teil die emotionalen Diskussion.
00:19:49: alles, was jetzt ist ja das E-Auto wird ja sachlich diskutiert.
00:19:53: Das wird ja erstaunlicherweise, wenn man da mal in diese typischen Dinge reinguckt Insta und LinkedIn oder wie sie heißen, vielleicht versucht noch einer es sachlich zu posten, spätestens der dritte Kommentar wird emotional dort beschimpfen sich!
00:20:06: Und die kommen dann mit irgendwelchen Argumenten, die nicht mehr sachlicher Natur sind.
00:20:09: So und auch dazu ist das für mich ein sehr einfaches Beispiel.
00:20:12: Man wird ja beschimpft, man heute sagt Leute überlasst doch diese Frage einfach den Markt wer will was kaufen?
00:20:18: Und dann kommt sofort Ja aber eher Autos sind viel effizienter.
00:20:22: halt stopp, eine steuerliche Frage.
00:20:24: Wenn ich jetzt die Steuern vollständig vom Benzin runternehmen würde und der Liter spritzt plötzlich statt zwei Euro nur noch ein Euro kosten würde dann lass uns mal drüber reden wie teuren Kilometer mit dem Benziner ist.
00:20:34: so das heißt es ist ne steuerlich geprägte Frage aber auch dass in dem Moment ist man sofort in den Bereich du bist aus einem Umweltsünder.
00:20:43: Das will ich aber gerade gar nicht diskutieren.
00:20:44: Ich will nicht die frage diskutieren So und jetzt sagt man sofort Moment genau die müssen wir diskutieren.
00:20:49: Und da sage ich naja Umwelt exogener Effekt, die meisten werden damit nichts anfangen können.
00:20:54: Das muss ich einpreisen und berücksichtigen.
00:20:56: Trotzdem sollte ich den Beteiligten noch die Wahl überlassen.
00:21:00: was wollen sie eigentlich fahren?
00:21:02: Es gibt ja so einen Forscher der hat mal eines meiner Lieblingsforscher vor fünfzig Jahren Buch geschrieben.
00:21:07: das finde ich immer noch sehr gut.
00:21:09: und da hat er mit Studenten so einen Versuch gemacht.
00:21:11: Er hat die zu Entwicklungshelfern
00:21:13: gemacht
00:21:14: und hat gesagt so er kommt jetzt in ein Land in Afrika dass Hungersnot hat und jetzt versucht das Land zu retten.
00:21:21: Und dann haben die sich das angeguckt und gesagt, naja okay wir müssen jetzt erstmal Brunnen bohren um die Landwirtschaft dann quasi anzubringen.
00:21:31: Parallel müssen wir weil Hungersnot Kindersterblichkeit hoch usw.
00:21:36: müssen wir Krankenhäuser bauen.
00:21:38: So gesagt getan in der ersten Phase des Projekts haben sie dann Brunne gebaut, haben Krankenhäusern gebaut.
00:21:45: was ist passiert?
00:21:47: es gab wieder Nahrung Kindessterblichkeit ist runtergegangen, die Bevölkerung hat angefangen auf
00:21:53: zu blühen.
00:21:54: Auf einmal Bevölkerungs-Explosion weil die Kinder nicht mehr gestorben sind gab genug zu essen Grundwasserspiegel sinkt müssten die Brunnen noch tiefer gebohrt werden Noch mehr Wachstum bis dann was passiert ist?
00:22:11: es gab kein Grundwasser mehr Es gab Missernten und es gab eine Übervölkerung.
00:22:15: Die größte Hungerstnot aller Zeiten ist explodiert.
00:22:19: Und ich glaube in dieser Komplexität, wir kommen ja auf das Gleiche.
00:22:25: Das Einschätzen was du noch selbst steuern kannst und die Ursache Wirkungsketten die so weit und vielleicht abstruß sind in einem Moment weil du sie gar nicht nachvollziehen kannst und gar nicht dran denkst ist glaube ich in der Steuerung von einer Gesellschaft immer die Herausforderungen.
00:22:41: Ich glaube auch wir leben gerade in einer Idee In einer Fantasie dass wir da Steuern können und im Griff haben.
00:22:49: Und jetzt muss man sagen, wenn man von der freien Gesellschaft spricht auch das ja fast ein Schimpfwort.
00:22:55: Wenn ich heute sage umso freier eine Gesellschaft ist, um so freier sie ihre Entscheidungen treffen kann.
00:23:01: Meistens sind es die Gesellschaften, die sich am besten entwickeln und nicht meist immer.
00:23:08: Jetzt ist es ja so dass auch viele Länder gerade auf dem afrikanischen Kontinent her zum Teil den Bodenschätzen ersticken und eigentlich wohl haben oder vielleicht sogar reich sein müssten Das ist ja oft eine Systemfrage gewesen, dass die sich anders entwickelt haben.
00:23:22: Und jetzt muss man eben sagen ... Ich möchte gar nichts aussen gucken und möchte auch nicht anderen sagen wie sie sich verhalten oder was sie tun sollen.
00:23:29: Ich sage auf Deutschland oder Europa also ich bin natürlich überzeugter Europäer.
00:23:33: genau da muss ich sagen lasst doch den Märkten mal wieder mehr Chancen und hört auf überall regulierend einzugreifen.
00:23:41: Es gibt halt so einen gegenläufigen Effekt.
00:23:43: wir haben aktuell in Deutschland sechs Millionen Staatsbedienstete, die vierhundert Milliarden der Steueraufkommen schon für sich selbst quasi nehmen.
00:23:55: Wenn du natürlich so ein System hast wird sich das System ja nicht von selbst dann quasi abschaffen.
00:24:00: Sie haben ja eine Existenzberechtigung nämlich genau diesen Nicht nur dieses diesen Wohnen und Sehnsucht sondern auch die Mission oder es Mandat genau diese Regulierung zu machen.
00:24:10: Bis
00:24:10: zu einem gewissen Maß hat ja einen verbeamtet das Staat sogar ein Vorteil.
00:24:15: Klarer Strukturen, klarer Regeln wenn es denn dabei bleibt ja?
00:24:19: Wenn das System sich nicht selbst quasi ausbreitet und nähert.
00:24:22: also ich sage mal die die Entstaat der gut organisiert ist durch Beamte die in einem sicherem rechtlichen Rahmen agieren und einen sicheren Job haben.
00:24:32: Das geht da bisschen zu Richtern die unabhängig sind.
00:24:35: So ein Staat funktioniert ja.
00:24:36: Und jetzt muss man sagen, es kommt richtig Wicht der Volkswicht immer durch, der ich durch und durch bin und manchmal sage ich meinem nächsten Leben nehme ich doch die volkswirtschaftliche Seite und streb das an.
00:24:47: da muss man tatsächlich einfach sagen dass dieser Nachtwächterstaat der Stadt sorgt dafür, dass sich sicher lebe, dass ich einfach rausgehen kann und sicher leben und das Rest überlässt er mir Wie ich mich am besten entwickel, wie ich mich bilde und was ich tue.
00:25:02: Das funktioniert also in der reinsten Form nicht.
00:25:04: Der Staat muss sich um mehr kümmern.
00:25:06: Aber in der Tat denke ich manchmal lass mich doch das entscheiden, wie es will und regier mir doch da nicht rein!
00:25:13: Wir wollen jetzt nochmal den Bogen machen in Richtung Prognose.
00:25:17: Du kriegst ja jetzt viel mit.
00:25:19: Was ist deine Prognosis?
00:25:20: Was jetzt in nächster Zeit hier passieren wird mit der deutschen Wirtschaft?
00:25:25: Ganz oft wird Man hört auch von vielen Ökonomen, da gibt es ja auch führende Ökonomie-Podcasts die dauernd den Politikern sagen was sie alles falsch machen und was sie besser machen müssten.
00:25:35: Erstens waren die nie in der Politik und wir beraten auch Politik und Wir beraten auf politischer Seite zum Teil und Die Deutsche das sind ja nicht Idioten die da rumlaufen Das sind ja zum teil sehr entlegente Menschen.
00:25:47: sich in derpolitik durchzusetzen bedarf eigener Talente.
00:25:50: Wenn ich in Deutschland etwas anpacken müsste wäre es vorne weg mal.
00:25:55: Das klingt jetzt fast revolutionär oder revoluzirisch.
00:25:59: Man müsste das Wahlsystem ändern, es kann nicht sein dass man nach einer Bundestagswahl eine Parteienkonstellation hat die sich quasi nicht mehr in Regierung tauglicherweise zusammenfinden kann.
00:26:10: und jetzt muss man sagen manche Entscheidungen dass man sagt dass man bildet keine Koalition kann ich sehr gut nachvollziehen.
00:26:17: trotzdem kann es nicht sein, dass ne Partei die in den letzten Jahren massiv an Prozenten verloren hat plötzlich Spiel theoretisch den Weg vorgeben kann, weil sie der einzige Koalitionspartner ist.
00:26:27: Und da muss ich schlichtweg sagen... Ich glaube wir müssten das Wahlsystem... Das wird man nicht hinbekommen!
00:26:32: Befürchte ich!
00:26:33: Aber müsste das Wahl-System einfach ändern?
00:26:36: Man kann jetzt über die USA sagen was man will und ehrlich gesagt finde dass teilweise obergruselig was Herr Trump dort treibt.
00:26:42: also es ist ja wirklich schlimm.
00:26:44: aber er ist gewählt und die hatten sogar eine Probezeit mit dem Mann.
00:26:49: Kein Wähler kann sagen, dass er es nicht hätte ahnen können.
00:26:53: Der tut das was er angekündigt hat und ist aber jetzt Person.
00:26:55: in allen Narzissismus und allen Auswüchsen ist der so wie's immer war.
00:27:00: also keiner kann überrascht sein.
00:27:02: Das Wahlsystem lässt sich jetzt zu.
00:27:04: Dass der das durchzieht dieses Thema So und jetzt kann man nur sagen die Amerikaner mit den Mitteln sind danach wieder die Wahles zu ändern Und die machen sie auch oft und grätschen ja auch ein.
00:27:13: deswegen auch diese Angst um die amerikanische Demokratie.
00:27:15: ich hab die nie geteilt Und zwar jeder, auch der Mager Amerikaner im allertiefsten Flying Overstate.
00:27:22: Selbst der ist Kerndemokrat und er lässt sich von Trump nicht vorgeben wie er seinen Pferd zu Zäumen hat.
00:27:30: Das heißt so ein Wahlsystem was der Partei die gewählt ist mal die Chance gibt wirklich zur Regierung mit ihrem Programm das wäre spannend und das wäre das was Deutschland wirklich voranbringen würde.
00:27:41: Jetzt bist du wieder doch in die, ich merke wie viel Energie und Engagement du hast.
00:27:46: Ja
00:27:46: genau!
00:27:47: Diese Gesamtlage auch so zu reden ist sehr spannend.
00:27:52: Und wenn wir aber jetzt nochmal auf die Wirtschaft zurückkommen... So wie ist deine Prognose?
00:27:56: Wenn ich jetzt so Unternehmer bin in Deutschland, wenn ich jetzt die Wirtschaft als solcher sehe ... Was ist deine prognose?
00:28:02: was wird hier passieren in den nächsten Jahren?
00:28:05: Ich habe vor kurzem Vortrag gehalten im Region Sauerland Bergisches Land.
00:28:10: da saßen Fünfzig Unternehmer, zum Teil Fremdgeschäftsführer.
00:28:14: Zum Teil Gesellschaft der Geschäftsführers vor mir.
00:28:16: Die habe ich gefragt ob sie derzeit in Deutschland investieren.
00:28:21: Ging keine einzige Hand hoch.
00:28:22: und dann hab' ich gefragt, ob Sie überhaupt investieren?
00:28:25: Ging so zwei Drittel der Hände hoch.
00:28:27: Ah!
00:28:27: Sie investieren im Ausland.
00:28:28: ja alle nicken.
00:28:29: Und dann fragte ich ja was ist denn davon wirkliche echte Neuinvestitionen?
00:28:32: Was ist da von Verlagerungsinvestionen?
00:28:34: Wer verlagert denn gerade die Hände, die sagen sie investieren grade gingen alle hoch und sagten Verlagerungsinvestitionen.
00:28:40: Und da muss ich sagen, das ist eigentlich schlimmer.
00:28:43: Alle reden über derzeitige Auftragslage.
00:28:47: Das sind gar nicht die spannenden Zahlen.
00:28:48: wie wir entwickeln sich die Umsätze?
00:28:50: Die spannendste Zahl volkswirtschaftlich umzusehen, wie lange die Krise dauert, ist die Frage von Investitionen und zwar dem Frage von Netto-Inlands oder Nettoabflussinvestition ins Ausland.
00:29:01: Was wir sehen in der bundesrepublikanischen Geschichte ist es im Augenblick mehr Investitionen abfließen als zufließen.
00:29:08: Und daran sieht man, dass die... und jetzt muss man eines wissen.
00:29:11: also für die Frage sehen wir momentan eine Krise?
00:29:13: ja sie sehen wir massiv über alle Branchen.
00:29:15: wie lange wird die Krise dauern?
00:29:17: Die Spannzahl die man sich angucken muss ist die Frage der Investition.
00:29:20: Der Unternehmer der heute eine Maschine kauft der wird sich nächste Woche nicht umentscheiden wenn er die Heute im Ausland aufstellt.
00:29:27: ist das eine Entscheidung für nächsten zwanzig Jahre so?
00:29:30: und deswegen sage ich die Kriese wird hier lange dauern.
00:29:33: wenn mir nichts schnell das Steuer rumreißen, wird sie aufgrund der Investitionsentscheidungen viel langfristiger und viel härter einschlagen.
00:29:41: Und Sie geht über alle Branchen.
00:29:43: Ich muss sagen ich glaube nicht dass es in sich in einigen Monaten vielleicht mal durch Veränderung der Auftragssituation wird jetzt auch wieder punktuell bergauf gehen.
00:29:52: In the wrong one werden wir einen Riesenproblem haben wenn wir nicht ganz vieles ändern.
00:29:56: Das sehe ich eh nicht Martin!
00:29:58: Wir haben gerade eine systemische Krise die nicht mal technologisch oder so basiert sondern die uns Also uns auch in unserem Geschäft und die Unternehmer, die in Deutschland sind.
00:30:08: Ich würde sagen mindestens in den nächsten fünf bis acht Jahre begleiten wird.
00:30:12: Genau das teile ich vollständig.
00:30:14: Und eines muss ich sagen, ich bin ein grundpositiver Mensch sonst könnte mein Job gar nicht machen.
00:30:18: Weil ich bin immer positiv pfeifend aus dem Haus ja?
00:30:21: Ich glaube wir kriegen das auch wieder hin.
00:30:23: Vielleicht muss die Krise erst ganz massiv werden bis wir Dinge hinbekommen.
00:30:27: und man sieht ja um es einfach auch positiv zu wenden mal viele dinge ändern sich schon.
00:30:32: Es ist so dass selbst Brüssel Und das muss man sagen, ist der zäheste Apparat.
00:30:37: Er kennt ja jetzt, dass er mit manchen Dingen es übertrieben hat.
00:30:40: die ganzen ESG-Themen, Lieferketten Sorgfaltspflichtengesetz da dreht man jetzt schon zurück.
00:30:45: Ja diese ganze Nachhaltigkeitsberichterstattung wird gerade schon zurückgedreht weil man schlichter erkennt Leute wir haben's übertieben und die kriegen so viel Gegenwind, dass sie einfach sagen Leute ich kann auch der Schlefrichste in Brüssel nicht mehr merken, dass Sie es überspitzt trieben haben.
00:31:01: deswegen glaube an Änderungsfähigkeit.
00:31:02: Ich glaube auch, dass Europa da gemeinsam auch einen guten Weg finden wird.
00:31:06: Vielleicht muss die Krise aber tatsächlich noch härter, was ich schlimm finde als beruflich logischerweise nicht, lebe ja davon.
00:31:12: Das ist aber nicht meine... das ist nicht das worüber ich rede.
00:31:14: Ich rede als Bürger und sage, dass es viel schlimmer ist.
00:31:16: Ich kann jetzt schon gut leben!
00:31:17: Ich möchte einfach als Bürger sagen, ich möchte eigentlich nicht, dass diese Krise so groß wird, dass wir in der größten Krise umstrukturieren.
00:31:24: Ich hoffe, dass man rechtzeitig reagiert.
00:31:26: Dann lass uns beide auch die Unternehmen unterstützen, dass sie durch diese Transformationen durchkommen.
00:31:31: Ja und der Änderungswille ist da, uns auf allen Seiten.
00:31:33: Unternehmer auch die Arbeitnehmer wollen ja sozusagen Dinge ändern und dann müssen wir eben helfen.
00:31:40: Und Martin lass uns etwas uns selbst vornehmen dass wenn nicht zu spät jeden Abend ins Bett gehen!
00:31:45: Das stimmt übrigens das darf man nicht ganz aus dem Orgel verlieren, dass man ja noch ein paar Jahre diesen spannenden Job machen möchte und ein paar Jahr hatte ich mich schon noch vorgenommen.
00:31:53: Danke, dass du zu uns heute gekommen bist.
00:31:55: Ja vielen herzlichen Dank für das wie immer sehr nette Gespräch was wir oft führen aber jetzt eben mal vom Mikrofon ganz toll vielen dank.
00:32:04: Das war die Folge
00:32:05: mit Dr.
00:32:05: Georg Kraus und Martin Lambrecht Produktion und Schnitt Sascha Fieler und Janis Brinkmann von Feintoun.
00:32:12: Wenn euch diese Folge oder der Podcast im Allgemeinen gefällt freuen wir uns über eine positive Bewertung.
00:32:18: Für Fragen und Anregungen schreibt uns auch gerne eine Mail an, podcastatcrosspartner.de.
00:32:23: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:32:25: Und bis zur nächsten Folge.
Neuer Kommentar