Die größten Denkfehler im KVP - und wie es wirklich funktioniert

Shownotes

„Wir haben jetzt so viel optimiert – und kommen trotzdem nicht weiter. Wir brauchen mal einen komplett anderen Ansatz."

Kennst du das Gefühl, wenn eine Organisation läuft und läuft – und irgendwann trotzdem an eine unsichtbare Decke stößt? Man hat gemessen, skaliert, Prozesse geschliffen. Und dann wird der Ertrag jeder weiteren Runde einfach kleiner. Genau an diesem Punkt setzen Caroline Zielke und Jannik Droß an. Ihr Thema ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess, kurz KVP. Und ihre erste Ansage räumt gleich mit einem Missverständnis auf: „KVP ist kein Ideenmanagement – es geht um den Prozess und nicht nur um den Briefkasten." Es geht also nicht darum, Vorschläge einzusammeln und irgendwo abzuheften. Sondern darum, wer eigentlich verbessert – und von wo aus.

Jannik dreht hier die gewohnte Logik um. Nicht eine zentrale Instanz steuert die Optimierung, sondern die Fläche: „Viele kleine Stellen bringen die Verbesserung – nicht ein zentrales Gehirn." Klingt simpel, ist es aber nicht. Denn dahinter steckt ein echter Kulturwechsel – und der braucht jemanden an der Spitze, der ihn wirklich will. Oder wie Jannik sagt: „Es braucht jemanden, der es wirklich will – und zulässt, dass sich Kultur verändert." Spannend wird es in den administrativen Bereichen, wo Verbesserung oft ins Leere läuft: „Wenn ich nicht weiß, wofür ein Prozess da ist, optimiere ich ins Leere." Erst Klarheit über die Rolle eines Bereichs, dann Wirkung. Und wenn KVP wirklich greift, verändert sich etwas Grundlegendes: „Aus Gruppen werden Teams – und Probleme werden nicht mehr weggeschoben, sondern direkt gelöst."

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Transkript anzeigen

00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Transformation To Go.

00:00:10: Für euch heute im Podcast ist Janik Dross mit mir, Karoline Zielke als Gastgeberin.

00:00:15: Viel Spaß!

00:00:19: Hallo lieber Janik, herzlich Willkommen zu einer neun Folge unseres Podcasts Transformation to go.

00:00:26: Wir sind heute hier zusammen.

00:00:29: wir sind Karoline Zielke und Janik dross Senior Kanzalten bei uns und Experte für KNVP Team Und wir reden heute mal wieder über ein Thema, was dir sehr am Herzen liegt.

00:00:43: Heute mit einem anderen Schwerpunkt.

00:00:45: Es gab schon ein paar Folgen aber heute geht es ganz konkret darum zu sagen... Was ist denn besonders an KVP?

00:00:53: Wann ist das geeignet?

00:00:54: Warn auch nicht!

00:00:56: Was sind deine Learnings und was heißt denn hier eigentlich?

00:01:01: Es ist im Bottom-Up Ansatz.

00:01:03: Ich möchte zu kurz ein paar Worte sagen.

00:01:05: Ja, vielen Dank für die Einladung.

00:01:07: KVP liegt mir tatsächlich am Herzen und das, weil ich den Ansatz schon mehrfach begleiten durfte in der Einführung.

00:01:15: Und wie du schon eingeleitet hast es gibt so ja bestimmte Dinge auf die man trotzdem achten sollte und die dazu beitragen dass kvp gelingt.

00:01:28: wenn wir mal ein bisschen einstellen was verstehen wir denn unter kv p?

00:01:33: magst du nochmal sagen was kvpp eigentlich ist?

00:01:37: Wovon kann Peler denn quatschen, wenn sie KVP sagen?

00:01:41: Ja.

00:01:42: KVPs wird nicht umsonst gerne als Abkürzung benutzt weil sich dahinter ein doch sehr ja langer schwerfälliger Begriff verbirgt kontinuierlicher Verbesserungsprozess kommt ursprünglich so aus dem Lean-Management.

00:01:57: Baukasten muss aber sagen ist von sämtlichen Methoden die wir aus dem Linekontext kennen somit der am schwammigsten definierte Begriff.

00:02:07: Also ich hab da Linien-Instrumente wie fünf S oder Viruszeitoptimierung und so was.

00:02:12: Da weiß ich ganz klar, was ist das Ziel am Ende?

00:02:15: Oder wie sieht's ungefähr aus?

00:02:18: bei KVP sieht es anders aus.

00:02:20: ja Das ist nicht so klar definiert.

00:02:23: uns gibt verschiedene Ausprägungen in verschiedenen Unternehmen und Branchen.

00:02:27: Was würdest du sagen ist bei uns das Besondere daran?

00:02:31: also Wie kommen wir überhaupt auf die Idee kvp als Ansatz als Methodik zu verwenden Und wann setzen wir das überhaupt ein?

00:02:39: Ich würde sagen, wir nehmen dieses Schwammige nicht als Nachteil sondern als Vorteil wirklich mal über die Prinzipien nachzudenken.

00:02:47: Die hinter einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess liegen.

00:02:52: und das ist zum einen es ist ein dezentraler Ansatz.

00:02:55: also häufig wenn ich in Unternehmen komme und stelle das vor kommen wir erstmal mit Ideenmanagement.

00:03:03: Also man hängt Briefkasten auf, jeder darf einwerfen was ihm gerade am Herzen liegt und was er verbessern möchte.

00:03:11: das ist aber nicht zentral bei KVP.

00:03:15: es geht ja da um den Prozess und nicht nur um den Briefkast.

00:03:18: Das heißt erstes wichtiges Prinzip Dezentralisierung kein Ideen-Management oder kein betriebliches Verbesserungswesen so wird's ja häufig genannt.

00:03:29: Und ja, das ist schon mal so.

00:03:32: Das erste, dass ich also hier nicht die Denke habe eine zentrale Stelle ein zentrales Gehirn fungiert eben als die Zentrale Verbesserungsinstanz.

00:03:43: Sondern es sind eben viele kleine Dezentrale Stellen, die die Verbesserungen bringen.

00:03:48: Jetzt hast du für mich ganz gut geschrieben was wie ihr darunter sozusagen nicht verstehen.

00:03:55: Also einmal weg vom zentral organisierten irgendwie Ideenmanagement, sondern eher es ist ein dezentraler Ansatz das heißt greift wahrscheinlich an mehreren Stellen in der Organisation.

00:04:07: was würdest du denn sagen?

00:04:09: Was sind typische Situation oder auch Beispielprojekte wo der KVP-Ansatz besonders gut geeignet ist?

00:04:16: wann schlagen wir damit typischerweise auf?

00:04:20: Typischerweise kommen wir in Unternehmen, die in Sachen Optimierung schon einiges versucht haben und versucht heißt hier tatsächlich mal mehr oder weniger erfolgreich.

00:04:32: Und die irgendwann einen Punkt kommen wo sie sagen Wir haben jetzt so viel schon versucht zu messen und in die Skalierung zu gehen Und irgendwie kommen wir damit nicht weiter.

00:04:45: Also die irgendwie so eine gefühlte Glasdecke erreicht haben, bei der es dann nicht weitergeht und besonders spannend ist dieser Prozess zu erleben wenn sich wirklich jemand Gedanken macht, ah brauchen wir KVP gerade bei Personen die recht weit weg sind vom Thema Kultur die dann sagen, ja wir haben jetzt so viel hier mit Excel-Tabellen von rechts nach links geschoben und irgendwie die Effekte, die wir erzählen sind minimal.

00:05:17: Wir brauchen mal einen komplett anderen Ansatz.

00:05:18: Und da kann KVP helfen weil es eben sowas völlig anderes ist als man sonst kennt, weil's nämlich am einzelnen Mitarbeiter erst einmal startet und zwar auch nicht als seine Personalentwicklungsmaßnahme dass man jetzt allen sagt, ja jetzt verbessert mal euer tägliches Arbeiten und bitte ab morgen damit es möglichst schnell geht.

00:05:44: Sondern das ist ein Ansatz der erstens sehr Zeit braucht weil er in die Kultur eingerieft ins Betriebssystem sozusagen des Unternehmens.

00:05:53: und ja es ist ein ansatz der sowohl die Personalkomponente als auch dass das prozessuale Strukturelle berührt.

00:06:08: Und das macht den Ansatz eben so besonders und das macht ihn auch so attraktiv vor Unternehmen, die eben schon viel Optimierung versucht

00:06:16: haben.".

00:06:17: Das heißt wenn ich dir zuhör würde ich mal sagen es ist schon ein mitarbeiterzentrierter Ansatz weil's letzten Endes du wirst die Mitarbeiter brauchen um operativ einfach was zu bewegen und das sind diejenigen die mitmachen müssen.

00:06:31: ne?

00:06:31: Wenn du sagst, es sitzt an den Prozessen in den Strukturen.

00:06:34: Es hat was Persönliches und etwas Kulturelles.

00:06:37: Und es geht dadurch auch automatisch in die Fläche.

00:06:40: Und gleichzeitig sitzen unsere Auftraggeber aber wahrscheinlich etagen drüber oder?

00:06:46: Also wo ist sozusagen top down und bottom up?

00:06:50: also können wir das ein bisschen einsortieren.

00:06:52: Ja

00:06:53: also der...die Begriffe fallen recht häufig im Kontext bottom-up topdown.

00:06:59: Und da gibt es auch so ein paar Missverständnisse, die wir vielleicht in dem Draht noch nie mal aufklären könnten.

00:07:05: Das erste Missverständnis ist ganz klar dieses Entwederoder also sehr schwarz-weiß gedacht.

00:07:11: Ist das denn jetzt bottom up?

00:07:12: Ist es top down?

00:07:13: Weil ja!

00:07:14: Auf der einen Seite ist es Top Down gewollt.

00:07:16: So'n Ansatz kommt ja selten dass sich jetzt irgendjemand auf der Mitarbeiter Ebene dafür einsetzt und sagt Wir bräuchten mal den KVP.

00:07:23: Also typischerweise kommt es von einer Unternehmensleitung oder eine Bereichsleitung Werksleitung unter Umständen.

00:07:31: Auf der anderen Seite braucht es eben, wie du schon richtig gesagt hast, die Involvierung der Mitarbeiterebene.

00:07:37: und das erste was wir da aus oder was ich da auszweibe ist dieses Entweder-Oder.

00:07:44: also Wir brauchen für KVP einen starken Sponsor jemand, der's wirklich will, der es auch zulässt dass eine Kulturveränderung in seiner Organisation stattfinden darf.

00:07:55: auf der anderen seite führen wir hier auch gerne mal über ungewöhnliche Wege ein.

00:08:00: Heißt, es geht vielleicht nicht direkt los mit der obersten Führungsebene dann kommt Level minus eins, minus zwei und sondern hier kann's durchaus auch charmant sein mal andersrum zu starten Und natürlich mit einem Mandat und dem klaren Auftrag aber hier erstmal an die Mitarbeiter Ebene zu gehen und mit dieser Ebene das System auch gestalten.

00:08:27: Ich höre raus, du wirst viel Erfahrung haben in beide Richtungen und das ist wahrscheinlich auch häufig unsere Rolle sowohl nach oben als auch nach oben managen.

00:08:36: Als auch nach unten sozusagen koordinieren orchestrieren mit unserem Ansatz.

00:08:41: Was sind denn so deine learnings?

00:08:43: vielleicht auch aus einem Beispielprojekt?

00:08:44: Du sagst war dass es super wichtig.

00:08:47: Das funktioniert extrem gut.

00:08:49: Und was braucht's auch ganz konkret damit kvp erfolgreich sein kann?

00:08:54: In administrativen Verwaltungsbereichen sind die Prozesse nicht so sichtbar, wie sie in der Produktion sind.

00:09:01: In der Produktsion habe ich Fertigungsstraßen, Fließbänder

00:09:05: usw.,

00:09:06: und kann sagen Ich hab da eine Idee an dem und den Prozessstritt.

00:09:10: Kann drauf zeigen und es ist allen klar!

00:09:14: In der Administration sieht das anders aus.

00:09:17: Dort laufen Prozisse auf dem Verborgenen im Digitalen und sind eben nicht so greifbar.

00:09:24: Und gerade in den Bereichen, wenn wir da KVP einführen würden ohne einmal klar zu sagen wozu ist denn dieser Prozess eigentlich da und wozu es auch letztlich der Bereich die Abteilung da dann optimiert man ins Leere weil ich gar nicht weiß auf was optimiere ich denn hin.

00:09:45: Was sollen meine Geschäftsprozesse, die ich innerhalb der Abteilungen habe?

00:09:49: Was sollen sie denn in der Summe eigentlich bewirken?

00:09:53: Das heißt, da ein ganz wichtiges Learning.

00:09:55: in administrativen Bereichen geht es als erstes darum mal die Rolle des Bereichs festzulegen zu definieren.

00:10:03: Auch hier muss das nicht top-down sein und per Mandat ausgesprochen sein.

00:10:10: Da ist es auch sehr lohnt mal zu fragen also Mitarbeiterebene zu fragen was denkt ihr denn eigentlich wofür ihr jeden Tag hierher kommt und in dieser Abteilung arbeitet?

00:10:22: Also auch das kann man erheben, man sollte es nur irgendwie einmal klarmachen um eben die Prozesse auf dieses gemeinsame Ziel auszurichten.

00:10:33: Ich fasse nochmal kurz zusammen.

00:10:34: also wir haben gerade gesagt KVP unterscheidet sich deutlich vom rein Ideenmanagement.

00:10:41: weil wenn ich diese zuhör'n würde ich sagen ja wenn ich in so einen Personalbereich reingehe in der Organisation und ein bisschen Ideen-Management mache bei diffusen Prozessen oder Prozess neben Verborgenen sind und dann ist es ein Meeting, ne?

00:10:58: Also wenn ich da Ideenmanagement mache.

00:11:01: Da brauche ich jetzt keinen großen Prozess aufsetzen für den KVP.

00:11:06: so.

00:11:07: Der Unterschied ist aber Wenn ich sozusagen Prozesse sichtbar machen will und auch sagen will wo im Prozess kann eine sinnvoll Optimierung auch entstehen?

00:11:18: Und was ist denn wirklich auch der Mehrwert?

00:11:21: Muss ich weiter vorne anfangen und erst mal auch klären, welche Rolle hat den Bereich dann ganz konkret.

00:11:29: Das ist etwas, das wir auch schon mit Mitarbeitern machen.

00:11:32: aber hier braucht es dann auch schon nochmal die Top-Down Perspektive um immer bei der Begrifflichkeit zu bleiben.

00:11:38: also es braucht für oder später noch einmal so ein Gegencheck, um zu sagen läuft's in die richtige Richtung.

00:11:44: Würdest du sagen dass es so schon sind sie immer die Rahmenbedingungen fürs Vorgehen.

00:11:48: Ich würde sogar ein Schritt weitergehen und sagen, nicht nur bei der Rollendefinition braucht es Top-Down sondern auch im Prozess.

00:11:56: Also das vielleicht noch mal als Learning hier hervorgehoben wenn ich einen gewissen Dreifelgrad erreicht habe in meinem kontinuierlichen Verbesserungsprozess dann komme ich logischerweise irgendwann an die Grenzen meines Einflussbereichs.

00:12:11: In einer Abteilung kann ich bestimmte Dinge tun, beeinflussen und bestimmte Dinge auch nicht.

00:12:18: Und wenn es an die Bereiche geht brauche ich eben eine Führungskraft, die dann auf anderen Ebenen dafür sorgen kann dass sich etwas bewegt das sich etwas verändert.

00:12:28: Deswegen würde ich sagen ja klar ganz am Anfang wenn's um die Rolle und die Aussichtung geht auf jeden Fall Führungen eng involvieren sich da auch wirklich das Go abholen um nicht in der falsche Richtung zu galoppieren.

00:12:42: aber später im Prozess ist es hilfreich wenn die Führungskraft also erstmal Interesse zeigt und den Prozess am Leben hält, dann aber auch in den richtigen Momenten selbst die Hand hebt.

00:12:55: Und sagt das ist jetzt eine Verbesserung, die werde ich mal mitnehmen und in meinen Kreisen besprechen und verbanntreiben.

00:13:03: Das zeigt ja auch den Mitarbeitern, dass es nicht nur zur deren Beschäftigung dient und wieder dieses Ja, die da oben wir hier unten bedient Im Vorgehen ist, was ich eigentlich über sämtliche Ebenen im Idealfall erstrecken sollte.

00:13:22: Kannst du uns kurz mitnehmen und sagen, was es so ein typisches Beispiel-Projekt oder wo wir jetzt zu sagen, so fängt den KVP mal an?

00:13:31: Das ist eine typische Maßnahme und so sieht eine Begleitung aus.

00:13:36: Also ein griffiges Beispiel vielleicht aus dem Projekt.

00:13:40: Also ein Beispiel kann ich geben bei einem Unternehmen, was aus einem weitreichenden Filialnetz besteht.

00:13:48: Gerade bei solchen Unternehmen ist es besonders spannend KVP einzuführen.

00:13:52: das vielleicht noch als kurzer Einschub weil ich hier ja erstmal verschiedene Ökosysteme vor finde.

00:13:59: also Ich habe nicht den einen Standort mit denen X-Hundert Mitarbeitern oder so und setze da mein Prozess auf sondern ich setze eigentlich einen Rahmen auf der dann in den verschiedenen Filialen, in den verschiedene Niederlassungen funktioniert.

00:14:16: Und in dem Beispiel war es so wie schon geschildert.

00:14:19: also erst mal gab's so den Hilferuf aus dem Management.

00:14:23: so wir kommen mit unseren üblichen Optimierungsansätzen nicht mehr weiter und wir wollen mal was sozusagen die Schwarmintelligenz nutzen und mal die breite Masse involvieren.

00:14:36: Dann sind wir hergegangen haben uns da Pilotstandorte ausgesucht und haben dann mit den Verantwortlichen besprochen, die werden jetzt mal sozusagen für diese Zeit- und Freifahrtschein kommen.

00:14:50: Die dürfen mal ausprobieren, experimentieren.

00:14:53: Und dann sind wir hergegangen und haben uns erst einmal mit den Mitarbeitern unterhalten also haben ganz praktisch mal Interviews geführt um schonmal zu erfahren welchen Drahten gibt es denn aktuell für Verbesserungen?

00:15:06: Also habe ich irgendwo eine Möglichkeit, einen Kanal, eine E-Mailadresse, was auch immer um als Mitarbeiter zu äußern.

00:15:14: Hier und da sehe ich ein Problem oder hier und da habe ich eine Idee und wird sogar schon die Lösung

00:15:20: mitliefern.".

00:15:22: Und Ergebnis war es erschreckend gering.

00:15:25: also die Möglichkeiten und Kanäle gab's erstens nicht und zweitens gab's auch kulturelle Eigenheiten, die dagegen gesprochen haben, dass sich jetzt ein Mitarbeiter da frei äußert und das Unternehmen vorantreiben will.

00:15:42: Ja weil dann vielen dann Sätze, Zitate so du bist hier um zu arbeiten oder nicht um zu denken im Extremfall Und das ermutigt natürlich mich nicht in so eine Sache einzubringen.

00:15:57: also wir hatten schon erst mal kulturelle Gegenargumente für die Einführung von KVP.

00:16:04: So ist es erst mal los

00:16:05: gegangen.".

00:16:06: Und das ist ja wahrscheinlich auch eine recht typische Reaktion, könnte ich mir vorstellen oder?

00:16:11: Also ich selber war ja vor meiner Zeit bei KNP in zwei verschiedenen Konzernen und erinnere mich noch daran dass so... Ideenmanagement sage ich mal so eine dunkle Ecke im Internet war, in der man sich nicht aufhalten wollte.

00:16:27: Die einen haben es besser gemacht die anderen schlechter.

00:16:29: da konnte man dann manchmal zumindest noch irgendwie Ideen voten oder so und wenn ganz viel Glück hatte hat man irgendwann nochmal was davon gehört.

00:16:37: aber ich sag mal so das Thema hat jetzt nicht das beste Image also... Wahrscheinlich ist das jetzt keine untypische Reaktion, oder?

00:16:46: Dass die Leute da nicht sagen, wir können uns permanent mit unseren Ideen äußern.

00:16:51: Es wird total gewertscht.

00:16:53: Ja absolut und es ging sogar auch noch weiter bis hin zu der Aussage, dass sollten durch das Programm Führungskräfte ihre Arbeit entledigt werden also da gibt's schon Bilder im Kopf entstehen Ja, doch für uns als Einführende und diejenigen, die damit ja wirklich was Gutes bewirken wollen, doch sehr absurde herkamen.

00:17:19: Aber das ist nun mal da wo wir starten und das ist dann manchmal auch eine längere Nummer dadurch zu steigen.

00:17:27: Was sind so Befürchtungen auch?

00:17:29: Und Ängste, die sich hinter so einer KVP einführen?

00:17:33: Was passiert dann?

00:17:35: Was ist unser Vorgehen?

00:17:37: Also nach dieser ersten Analysephase würde ich es mal nennen, starten wir typischerweise mit dem Design.

00:17:47: Wir haben da verschiedene Erfahrungen gesammelt und schöpfen bei K&P aus einem Schatz von verschiedenen Ansätzen die es dann gilt optimal auf das Unternehmen anzupassen.

00:18:00: Hier ist zum Beispiel, weil wir oft gefragt werden ja wieso können wir da nichts irgendwie schon aus der Schumplade nehmen geht doch viel schneller.

00:18:06: Wieso jetzt so eine Designphase?

00:18:08: Weil als Beispiel du hast eben betriebliches Verbesserungswesen in Konzernen genannt.

00:18:14: ganz häufig werden Verbesserungsideen prämiert.

00:18:18: also da kriegt er einzelne eine Prämie wenn er mit der Verbesserungensidee einen messbaren Beitrag geleistet hat.

00:18:25: Man muss sehr aufpassen, wenn man sowas einführt in welchem Kontext man es einführt.

00:18:30: Weil natürlich kann ich erst mal sehen da gibt's einen Anwalts für Verbesserungen und unmöglichen gestiegene extrinsische Motivation.

00:18:40: Auf der anderen Seite stellen wir immer wieder fest das Prämierungen zu Einzelkämpfer-Tum führen Und die eine Person oder die eine Partei der anderen partei dann nicht mehr von der Verbesserungsidee erzählen will, weil dann können sie es ja die Idee klauen und kassieren die Prämie.

00:18:58: Also das sind so Parameter ganz praktische Designkriterien, die wir da einfach abwägen müssen und die zur Kultur des Unternehmens passen müssen.

00:19:08: Das ist so die zweite Phase Design.

00:19:11: Und dann geht's schon in die Umsetzung.

00:19:13: also Ganz viel testen experimentieren Es geht mit ganz einfachen Instrumenten los, die man etabliert Beispiel Selbsteinschätzungsbogen.

00:19:24: Also, die darf ihr Zettel mal auszuteilen um ganz einfach und ohne Barriere von jedem einzusammeln.

00:19:32: wo stehen wir denn gerade?

00:19:34: Wie schätzt sich denn die aktuelle Situation ein?

00:19:36: entweder schon auf dem Prozess bezogen oder einmal allgemein je nachdem welchen Ansatz man da wählt also ein ganz ganz simples Tool was aber eine erste Ja, Besprechbarkeit herstellt.

00:19:50: Also ich habe vorher die ganzen Ideen vielleicht eher in der Kaffeeküche geteilt oder im Zwiegespräch und jetzt werden sie plötzlich ein Stück weit öffentlich weil ich schreibe sie auf.

00:20:04: Ich mache mir Gedanken, ich nutze vielleicht eine Scala von eins bis zehn.

00:20:08: wo sehe ich Prozess XY?

00:20:11: Und das macht was schon mit den Mitarbeitern?

00:20:13: da wird eine Transparenz geschaffen wie es erst mal so nicht gab Und auch den Bogen, der durchläuft dann meistens mehrere Literationsschleifen bis er mal da ist, wo ja möglichst viele sagen so passt es.

00:20:29: Das wäre also ein Beispiel was man in einer Umsetzungsphase testen sollte wie solche Instrumente dann angenommen werden und wie die Akzeptanz aussieht ob sie hoch ist oder gering ausfällt.

00:20:42: Dass man am Ende von so einer Pilotphase auch sagen kann ihr wollt das ist jetzt.

00:20:46: damit gehen wir weiter oder die Idee verwarfen wir.

00:20:50: Es würde jetzt leider den Rahmen der Podcast vorgespringen, wenn wir quasi so ein Pür-Apül-Schritt für Schritt durch so'n gesamtes Projekt gehen.

00:20:58: aber ich halt mal fest, wir haben auf jeden Fall oder sehr wahrscheinlich eine Art Pilotphase wo wir uns auch, ich sag mal an die Kultur der Organisation Randtasten gucken.

00:21:12: was funktioniert da?

00:21:13: Was funktioniert da nicht und warum?

00:21:16: also Du hast ein paar Mal von einem Experiment gesprochen.

00:21:20: Also tatsächlich mal zu schauen, was sind Indikatoren für einen erfolgreichen KVP in der Organisation?

00:21:29: Weil es eben nicht eine Schadone aus der Schublade ist.

00:21:32: unserer Erfahrung nach und wenn wir jetzt nochmal den Bogen spannen, was würdest du denn sagen?

00:21:37: Wenn ich den zwei setze in Bereichen wo die Projekte schon erfolgreich durchgeführt hat bis zum Ende Was ist das?

00:21:45: Über war anders geworden danach.

00:21:48: Also erst mal merkt man bei erfolgreichen Projekten diese kulturelle Auswirkung, die erstmal so sehr abstockt daher kommt, die dann ganz praktisch erlebbar und erfahrbar wird.

00:22:00: also ich habe Teams erlebt, die eigentlich keine Teams waren sondern eher Gruppen Und die isoliert voneinander ihre Aufgaben ausgeführt haben und die dann durch den KVP Schrittweise, das ist jetzt nicht ein Prozess der sich oder eine Entwicklung die sich nach zwei Wochen einstellt sondern da sprechen wir über Monate und Jahre.

00:22:24: Die sich zu einem Team entwickelt haben.

00:22:26: also auch mit Problemen und alltäglichen Herausforderungen war ganz anders umgehen wo es dann nicht erstmal diesen lang vorgeschalteten Weg gibt dass ich ignoriere das mal Ich sortiere es irgendwie weg, weil's mir unangenehm ist und dann wird noch wochenlang irgendwie im Pausenraum drübergesprochen.

00:22:51: Diese Stoff haben die einfach übersprungen also letztlich auch einen Effizienzgewinn der sich da zeigt und die dann einfach auf einer ganz anderen viel kollegialer Basis miteinander reden konnten.

00:23:03: Das ist so eine Auswirkung!

00:23:05: Und dann haben wir natürlich auch auf der anderen Seite messbare Ergebnisse feststellen können.

00:23:12: Also auch Themen, bei denen Mitarbeiter oder vor allem dann Führungskräfte sich schon viele Köpfe zerbrochen haben und sind nicht zu einer Lösung gekommen.

00:23:22: also auch diese Erfahrung gibt es dass dann Mitarbeiter die sich zusammenschalten das die dann mit ganz anderen Ansätzen daher kommen.

00:23:33: man muss auch sagen Das ist jetzt nicht täglich der Fall Und es dauert, ist so was gebt.

00:23:39: Also da wollen wir keine falschen Erwartungen hier aufkommen lassen.

00:23:44: Aber das passiert und das gibt dann dem ganzen KVP natürlich noch mal einen Boost wenn man solchen Erfolgsgeschichten auch rausgehen kann.

00:23:56: Lass mich lügen, aber das ist schon so ein bisschen... Das sind die Momente für die wir beide auf jeden Fall aufstehen morgens oder?

00:24:06: Und für Kunden, die wir beraten.

00:24:10: Ist es schon dieses Neudeutsche-Empowerment?

00:24:14: ne?

00:24:16: Also so die Momenten, Spaß war Seite, nee!

00:24:20: Das hat was von Mitarbeiterbefähigung Das Wort trifft es eigentlich nicht, sondern tatsächlich Empowerment im Sinne von zu Verantwortung übernehmen und Entscheidungen finden.

00:24:35: Und sich selbst organisieren.

00:24:38: vor allem würde ich sagen also das was du gerade beschrieben hast ist ja ein von passiv zu aktiv zur Lösungsfindung beitragen und die eigene Verantwortung an der Stelle übernehmen uns Sachen verantreiben Und das kann man sich ja eigentlich mich schöner wünschen, wenn es dann auch noch in die richtige Richtung geht.

00:25:00: Richtig!

00:25:00: Also da kann man aus verschiedenen Richtungen kommen und ich komme aus der BWL-Ecke.

00:25:07: Ja also für mich sind die messbaren Ergebnisse am Ende die zählen muss mal ganz zu vereinfachen.

00:25:14: Ja, selbst ich sehe dann bei solchen... Wenn sich Teams verändern und wenn sich die Diskussionskultur verändert.

00:25:21: Dann seh' ich auch natürlich den dieser Mehrwert fürs Unternehmen und letztlich auch für das irgendwann auch fürs Betriebsergebnis, wenn Teams einfach besser funktionieren und bessere Ergebnisse dadurch hervorbringen.

00:25:35: Und vielleicht einen noch weil wir jetzt ja sehr stark über die Lean-Management Philosophie da kamen.

00:25:42: Man kann das Thema KVP auch in einem ganz anderen Licht sehen, nämlich wenn wir mal in die Systemtheorie reinschauen.

00:25:51: Wo gesagt wird, Organisationen bestehen aus Entscheidungen und erhalten sich auch durch Entscheidungen.

00:25:58: Da muss ich mir ja auch die Frage stellen, ist dann klassisch wie im Terrorismus dass die Entscheidungen nur oben getroffen werden?

00:26:05: oder was Enablement gesagt?

00:26:07: Er befähige ich auch Mitarbeiter dass sie selbst Entscheidungen treffen können in ihrem Einflussbetrag.

00:26:13: Und ich glaube, das wird noch viel zu selten genutzt und man ist dann eher in so einer Idee von ja es muss irgendwie auf den obersten Ebenen, da sind die größte Hebel mag auch sein aber damit ignoriert man natürlich ganz viele kleine Hebel, die im Sommer viel bewirken können.

00:26:29: also ich denke das ist ein Thema was aus verschiedenen Richtungen einfach sehr sinnvoll ist für Unternehmen Und muss ich es einfach lohnt, darüber nachzudenken ob das was ist?

00:26:43: Ja und danke nochmal für den Bogengrad zum systemischen.

00:26:49: Total klar dass wir kennen Fido-Organisationen in denen es auch zu einer Starre führt.

00:26:55: also wenn ich immer darauf warte bis sich etwas hoch delegieren und eskalieren kann und mir Entscheidungen immer nur von oben hole bin nicht mehr handlungsfähig Und das ist ein ganz großes Problem, was wir in vielen Stellen beobachten.

00:27:10: Meine letzte Frage wäre eigentlich gewesen für wen ist der KVP jetzt wirklich geeignet und wer darf sich hier angesprochen fühlen?

00:27:18: Kriegen wir das kurz abgewunden?

00:27:19: Was meinst du?

00:27:21: Ja dem Thema sind weniger Grenzen gesetzt als ich würde erst mal wenig ausschließen sondern würde sagen so ein Experiment lohnt sich in jedem Fall.

00:27:30: Es gibt natürlich Bereiche, wenn ich jetzt an sehr durch standardisierte Systeme denke.

00:27:37: Beispielsweise Call Center da muss man schauen wo ist der Einflussbereich des Einzelnen?

00:27:44: Weil nichts frustrierender als ein KfG aufzusetzen, der eigentlich wirkungslos ist weil ich in meinen Trottelsen schon dermaßen ausoptimiert bin dass sich da kaum noch was bewegen kann.

00:27:55: das sind vielleicht die Beispiele.

00:27:58: weniger gut funktioniert, aber ansonsten über Drogen hinweg, über Themen hinweg.

00:28:05: Administration, Produktion, Operations überall wo ich kleine Ökosysteme habe die ich anfüttern kann und wo ich das bestreben hab dass da mehr von der Basis kommt und wo Ich diese vielen kleinen Hebeln nutzen will.

00:28:21: Da kann ich KVP einführen.

00:28:24: Vielen Dank, Janik für die sehr spannenden Einblicke.

00:28:27: Solche Gespräche sollten wir öfter finden.

00:28:30: Sehr gerne!

00:28:32: Danke, dass du hier bist.

00:28:33: Vielen Dank.

00:28:36: Das war die Episode mit Janik Dross und mir.

00:28:39: Produktion & Schnitt Sascha Fielor und Janis Brinkmann von Feintone.

00:28:43: Wenn euch diese Folge oder der Podcast im Allgemeinen gefällt freuen wir uns über eine positive Bewertung.

00:28:48: Für Fragen und Anregungen schreibt uns auch gerne eine Mail an podcastatcrosspartner.de.

00:28:54: Mein Name ist Karoline Zielke, vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.

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