Die Gesundheitsreform kommt – und ein Kassenvorstand sagt: Sie wird nicht reichen
Shownotes
„Nein, das können wir leider nicht."
Jeder kennt Melitta – den Kaffee. Kaum jemand kennt die BKK Melitta HMR, eine von nur noch 93 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Und genau hier, in Minden, sitzt jemand, der eine unbequeme Nachricht hat: Die groß angekündigte Gesundheitsreform wird nicht reichen. Klingt nach Schwarzmalerei? Ist es nicht.
Thomas Sielemann, Vorstand der BKK Melitta HMR, spricht mit Alexander Pifczyk über ein Gesetz, das steigende Zusatzbeiträge verhindern soll – und über die Zahlen, die dagegensprechen. Die zentrale Frage: Warum versickern 40 Milliarden Euro an möglichen Einsparungen, bevor sie überhaupt wirken können? Sielemann rechnet vor. Von 66 Vorschlägen der Finanzkommission bleibt ein „verwässerter" Entwurf, der bereits im ersten Jahr zu knapp bemessen ist. Dazu kommt eine Finanzierungslücke bei Bürgergeldempfängern von rund 10 Milliarden Euro – „eine große Bürde, die alle Beitragszahlenden aufbringen müssen". Doch der zweite Erzählstrang ist fast spannender: Wie führt man eine Kasse mit 190 Köpfen durch den Wandel, wenn ältere Versicherte ihr Smartphone auf den Tisch legen und sagen „macht mal", während jüngere ihr Geld in 48 Stunden erwarten? Sielemanns Antwort ist keine Entweder-oder-Logik. Digitalisierung soll entlasten, nicht ersetzen – „wir nutzen KI nicht, um Arbeitsplätze abzubauen".
Was ihr mitnehmt: einen ehrlichen Blick hinter die politischen Schlagzeilen und ein Beispiel dafür, wie regionale Nähe und digitaler Wandel kein Widerspruch sein müssen. Sielemanns Vision für die nächsten Jahre bleibt klar: eigenständig, präsent, digitaler – und ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren.
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Transkript anzeigen
00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Transformation To Go.
00:00:10: Für euch heute im Podcast sind Alexander Pivchik sowie Thomas Silemann, Vorstand der BKK Militer HMR.
00:00:17: Viel Spaß!
00:00:28: das Unternehmen kurz vorstellen.
00:00:40: Das mache ich gerne, wir sind als BKK-Militer-HMR eine der reinundzig verbleibenden gesetzlichen Krankenkassen.
00:00:48: wie der Name sagt Wir sind eine Betriebskrankenkasse also ursprünglich mal auf Idee eines Arbeitgebers gegründet worden um einen Mehrwert für seine Beschäftigten zu schaffen.
00:00:59: Der Name Militer und HMR sagt dass wir im Rahmen einer Fusion mindestens zwei Kassen fusioniert haben Wobei die Fusionshistorie der BKK-Militär haben er, sogar noch weiter hinaus reicht.
00:01:14: Um ... ... in den Jahr zwanzig haben sich die damals selbstständigen BKK Militär Plus und BKK HMR aus Herford freiwillig zusammengeschlossen zu BKK Millitär HMR.
00:01:28: Ja, vielen Dank!
00:01:29: Okay da hatten wir einen Eindruck.
00:01:32: was ist das Besondere?
00:01:34: Was würden Sie sagen?
00:01:35: Was ist das besonder an Ihrer Klasse?
00:01:38: Wir sind eine von ninety drei Krankenkassen.
00:01:41: Wir bezeichnen uns selber als örtliche Krankenkasse, das heißt wir sind nicht für alle Bundesländer zuständig.
00:01:49: Wir haben die Möglichkeit Versicherte aufzunehmen, die ihren Wohn- oder Arbeitssitz in zehn Bundesländern haben.
00:01:58: Wir sind also nicht für Gesamtdeutschland zuständig aber wir haben einen Schwerpunkt.
00:02:03: Der Schwerpunkt ist natürlich hier in OWL.
00:02:05: Sie haben es eben schon berechtigterweise gesagt, wir befinden uns im Minden da wo der Hauptsitz unserer Betriebskrankenkasse ist.
00:02:12: Darüber hinaus haben wir hier in Owl noch drei weitere Geschäftstellen.
00:02:16: Dann haben wir eine recht große Geschäftsstelle in der Wesermarsch In Norden Hamm.
00:02:20: das liegt geografisch genau gegenüber vom Bremerhaven Und seit zwentausend vierundzwanzig wieder durch eine Fusion Ist der Bereich Oberbergischer Kreis hinzugekommen.
00:02:32: Zum ersten, ersten, zwei-tausend-vierundzwanzig haben wir als BKK-Militer-HMR die damals noch geschlossene BKKBPRI Bergische Achsen KG.
00:02:41: So hieß sie bis dahin aufgenommen und so ist dann die BKK Militer HMR mal wieder neu entstanden.
00:02:47: Okay eine bewegte Geschichte!
00:02:49: Das ist so.
00:02:51: Ja, Herr Siedemann.
00:02:53: Was mich natürlich besonders interessiert ist das Thema Gesundheitsreformen, das jetzt überall diskutiert wird in allen Medien und vor allem die Auswirkungen dieses Gesetzesentwurfes auf die Krankenkassen.
00:03:08: Lassen Sie uns vielleicht erst mal so generell den Blick auf alle Krankenkasten, auf alle versicherten Richten im ersten Step.
00:03:18: dieser Entwurf hat ja zum Ziel, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu bremsen und insbesondere dafür zu sorgen dass die Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge nicht mehr erhöhen müssen weil sie ja schon ein enormes Niveau erreicht haben.
00:03:37: Das ist so.
00:03:38: würde es einen solches Gesetz jetzt nicht geben müsste man befürchten das es in dem nächsten Jahr mehr Ausgaben von rund und ich glaube, vierzig Milliarden.
00:03:52: Also das sind enorme Zahlen die Handlungsdruck verschweichen.
00:03:58: Jetzt ist meine Frage an Sie.
00:04:00: Glauben sie dass mit diesem gegenwärtigen Gesetzentwurf der Kostenanstieg tatsächlich gebremst werden können?
00:04:08: Können Sie relativ sicher sein, dass Sie im nächsten Jahr keinen Zusatzbeitrag erhöhen müssen?
00:04:15: Nein, das können wir leider nicht.
00:04:16: und wenn ich wir bewusst sage dann bin ich mit dieser Meinung nicht alleine.
00:04:22: Wir sprechen natürlich im Kollegenkreis, wir sprechen aber auch im Kreis der Vorstände insbesondere der ostesfälischen Betriebskrankenkassen.
00:04:29: Wir haben ja noch sieben Betriebskrankenkasten in OWL beispielsweise.
00:04:33: Wir reden aber auch mit den Krankenkassenverbänden.
00:04:36: Wir sind uns leider einig dass das Gesetz so wie es im Moment diskutiert wird, nicht ausreichend wird um auch zum ersten, ersten Sieben zwanzig also zum kommenden Jahreswechsel Weitersatz Anpassungen, Erhöhungen vermeidet.
00:04:54: Woran liegt das aus Ihrer Sicht?
00:04:56: Da hole ich gerne mannstückweit aus.
00:05:00: Sie haben es berechtigterweise gesagt wir befassen uns gerade mit einem Gesetzesentwurf vor.
00:05:06: rausgegangen ist eigentlich mit der jetzt aktuellen Bundesregierung eine Einigung im Koalitionsvertrag.
00:05:13: Wir setzen eine Expertenkommission ein die immer weiter steigenden Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung, sagen wir mal unter die Lupe nimmt und versucht die weiteren Anstiege zu verhindern.
00:05:26: Historisch gesehen sind wir ja seit den Situationen seit Jahrzehnten.
00:05:31: die Kosten laufen immer weiter davon.
00:05:33: Die Einnahmen kommen nicht hinterher und seit Jahrezehnte haben wir massive Beitragsratsteigerung.
00:05:39: So steht es im Koalitionsvertrag.
00:05:41: Im Herbst letzten Jahres ist eine Finanzkommission Gesundheit installiert worden.
00:05:46: Die hat einen sehr klaren Arbeitsauftrag bekommen und das, wie ich finde, positive dieser Finanzkommission ist ganz klar.
00:05:55: die haben den Arbeitsauftraht genutzt um auch mit allen Akteuren im Gesundheitswesen zu sprechen.
00:06:01: selbst wir als BKK Militer HMR hatten die Chance für unsere Belange einzustehen und auf bestimmte Fragen zu antworten Genauso Ärzte, genauso die anderen Leistungserbringer.
00:06:16: Und zum dreißigsten März dieses Jahres hat die Finanzkommission Gesundheit dann ja den Bericht vorgelegt?
00:06:24: Genau!
00:06:25: Das ist nur ein Teil der Arbeit der Finanzkombition Gesundheit.
00:06:29: Wie Sie gesagt haben oder der Auftrag der Finanzkomission ist, zum ersten, ersten, sieben, zwanzig weitere Beitragsatzanhebungen Steigung zu verhindern.
00:06:39: also muss kurzfristig etwas passieren Und die Finanzkommission hat sixty-sechzig Vorschläge erarbeitet, die schon im ersten Jahr vierzig Milliarden Euro an Einsparungen heben könnte.
00:06:54: Ohne dass das mehr an einen Einnahmen da gewesen wäre.
00:07:00: Da komme ich zurück zu ihrer Ausgangsfrage.
00:07:04: Warum sehen wir das so pessimistisch?
00:07:06: Zum einen hat die Bundesregierung es versäumt in den jetzigen Gesetzesentwurf alle Vorschläge reinzunehmen.
00:07:13: Es ist also schon verwässert worden, im Moment sind wir so bei rund sechzehn Milliarden Euro das Schein knapp der Betrag zu sein Der Ausgabensteigerung für nächstes Jahr, der nicht durch Einnahmen gedeckt ist.
00:07:29: Nun wissen wir aber auch dass ein Gesetz nie so den Bundestag verlässt wie es eingebracht wird.
00:07:34: Das ist das sogenannte strucksche Gesetz Mal vor langer zeit mal So bezeichnet worden hat immer noch seine Berechtigung, würde ich mal sagen.
00:07:44: Das heißt wir rechnen damit dass die einsparen Möglichkeiten Die im Gesetz durchaus berechtigterweise drinstehen weiter verwässert werden.
00:07:54: Also das ist nicht besser.
00:07:55: wird also Rechne nicht damit das erklingen weil jetzt zum Beispiel sagt okay Ich sehe das ein das bürgergelte empfänger von der Allgemeinheit her finanziert werden soll, also deren Gesundheitsdienstleistung.
00:08:10: damit rechnen sie nicht.
00:08:11: Sondern Sie denken eher dass die Einsparungen zugunsten der Kassen das eben noch ganz anders aussieht?
00:08:20: Genau!
00:08:20: Sie werden nicht reichen.
00:08:22: Das ist im Moment das was Land auf Land ab diskutiert wird wo Sie Herrn Klingbeil angesprochen haben.
00:08:30: dazu ist vielleicht zu erwähnen die Bundesregierung hat Vor vielen Jahren gesagt, die sogenannten Bürgergeldempfänger sollen auch alle Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung beanspruchen können.
00:08:43: Was die Bundesregierung seinerzeit versäumt hat ist eine komplette Refinanzierung ins Gesetz zu schreiben und von daher haben sich die Krankenkassen jetzt entschlossen gegen die fehlende Finanzierung für die Ausgaben der Bürgergeld empfänger Klage zu erheben.
00:09:03: Wir sprechen mittlerweile von einem Fehlbetrag von rund zehn Milliarden Euro, der der gesetzlichen Krankenversicherung durch den Steuerzahler oder im Moment durch ein Klingbeil nicht refinanziert wird.
00:09:16: Das ist also eine große Bürde die alle Beitragszahlen aufbringen müssen.
00:09:22: und jetzt will ich nicht gleich einen Politikerbeschwing betreiben aber ich glaube zu der Wahrheit gehört gerade auch.
00:09:31: es gibt zum Einen Ein Gutachten im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes, der erstmal beziffert wie hoch die Finanzierungslüge bei den Bürgergeldempfängern ist.
00:09:43: Es gibt aber genauso gut einen Gutachten das besagt die Krankenkassen leisten ja nicht nur bei Krankheit sondern die leisten auch bestimmte Ausgaben, die eigentlich aus dem Steuerstoff zu finanzieren sind.
00:09:55: Das sind sogenannte versicherungsfremde Leistungen, die aber nirgendwo gesetzlich festgeschrieben von der Definition her noch von den Ausgaben.
00:10:05: Deswegen hat man sich eines Gutachtens bedient und hat gesagt, mindestens vierzig Milliarden Euro, der sechszig Milliarden euro, die man direkt auf diese Versicherungsfremdenleistungen pro Jahr zurückführen kann sind Aufgaben, die nicht originär durch dem Beitragszahler zu refinanzieren sind.
00:10:23: Die sind also durch den Steuererzahler zuzahlen.
00:10:27: Dann haben sie gerade gesagt Herr Klingbeil hat im Moment glaube ich den Steuersack relativ geschlossen.
00:10:38: Wir kriegen als Krankenkassen im Moment ein Ausgleich für diese versicherungsfremden Leistungen, der liegt im Moment bei zwölf, fünf Milliarden Euro pro Jahr.
00:10:50: Das heißt es entsteht ja jetzt schon per se eine Finanzierungslücke und im Rahmen dieser Finanzierung der Bügergeld empfängt Hat der Klingenball jetzt gesagt oder die Bundesregierung gesagt, wir planen eine Erhöhung.
00:11:05: Der Beiträge für die Bürgergeldempfänger von im Moment zweitundfünfzig Millionen Euro pro Jahr.
00:11:13: Gleichzeitig hat aber auch sie lachen schon Sie haben es wahrscheinlich in der Presse auch verfolgt.
00:11:18: gleichzeitig hat auch die Bundesregierung gesagt naja aber irgendwo sind hier alle Steuertopfe leer da müssen wir auch eine Refinanzierung haben.
00:11:28: Zweiundfünfzig Millionen Euro bekommt die GKV, die gesetzliche Krankenversicherung pro Jahr mehr.
00:11:33: Da steigt dann an!
00:11:35: Aber bereits im ersten Jahr, zwei tausend siebenzwanzig wird.
00:11:37: von dem Steuerzuschuss für die Versicherungsfremdenleistung werden zwei Milliarden Euro einbehalten.
00:11:45: Genau also sehr ungünstige Rechnungen für die Krankenkassen?
00:11:49: Würde ich so sehen.
00:11:49: wenn man das mal auf vier Jahre hoch rechnet dann fehlen uns allein über diese Regelung knapp fünf Milliarden Euro.
00:11:56: Und ich kann zwar verstehen, dass überall die Töpfe leer sind.
00:11:58: Aber da muss man auch bei der Wahrheit bleiben und eben dann sagen was kann nicht mehr finanziert werden?
00:12:05: oder welche Mittel, welche Bürden werden den Beitragszahlen weiter noch aufgebürdet?
00:12:12: Das fehlt bei dieser Diskussion komplett.
00:12:16: Wenn ich jetzt mal dem Entwurf bleibe, nehmen wir nur mal an gut er wird sich verändern.
00:12:20: Wir wissen, dass er wird diskutiert aber nehmen wir mal an er bleibt so.
00:12:25: Was würde das für Ihre Kasse bedeuten?
00:12:29: Also es wird auf jeden Fall Veränderungen ergeben, so oder so.
00:12:34: Jetzt sind wir nicht erst seit dem Gesetzentwurf dabei uns immer wieder zu hinterfragen um zu überlegen wo stehen wir gerade am Markt?
00:12:44: welche Berechtigung haben wir auch besitzen schon seit Jahren immer zu Beginn eines Jahres mit unserer Leitungsrunde zusammen und besprechen die Situation der Krankenkasse Aber auch die Einflussfaktoren.
00:12:57: Genauso wie jetzt dann das Gesetz, was dann sehr wahrscheinlich zum ersten Ersten greifen wird.
00:13:04: Es wäre zu kurz gedacht wenn wir sagen nur deswegen werden sich unsere Arbeitsplätze verändern.
00:13:12: Wenn ich mal daran denke Ich bin in der Ausbildung gekommen.
00:13:16: Also klassisch mal Sozialversicherungsfachengestellter gelernt und wenn ich die Situation von damals mit heute vergleiche Dann sehe sehr sich die Arbeitsplätze verändert haben.
00:13:29: Und sie werden sich auch ohne diesen Gesetzentwurf weiter verändern.
00:13:33: Sprechen wir über Digitalisierung, sprechen wir über künstliche Intelligenz, die außerhalb dieses Gesetzesentwurf ja auch dafür sorgen werden dass die Arbeitsprätze sich bei uns auch wie in vielen anderen Bereichen massiv verändern werden.
00:13:48: Genau Sie sprechen jetzt Digitalisierung an, meinen Sie damit das die digitalen Kompetenzen der Mitarbeiter?
00:13:56: zunehmen werden oder dass digitale Kompetenzen erwartet werden?
00:14:01: Oder geben Sie einfach davon aus, dass IT-Abteilungen anwachsen werden und die Kunden beim Anzahl der Kundenberater sinken wird.
00:14:12: Ich glaube, die Wahrheit liegt dann irgendwo in der Mitte.
00:14:15: Also zu meinen digitalen Kompetensen müssen steigen.
00:14:20: das fordert aber auch das Leben außerhalb einer Krankenversicherung.
00:14:24: vor zwanzig Jahren hätten wir nie darüber nachgedacht, dass sie mit einem Computer in der Tasche nämlich dem Smartphone umlaufen.
00:14:32: Mehr oder weniger können wir alle dieses Ding mittlerweile bedienen und so ist es auch das sich die Arbeitsplätze massiv verändern und natürlich investieren wie auch unsere eigene IT-Infrastruktur in unserer eigenen IT Abteilung.
00:14:49: aber und das gehört dann auch zu der Wahrheit dazu.
00:14:53: Wir müssen auch von den Mitarbeitenden einen ständigen Veränderungswillen und eine Bereitschaft erwarten, um sich auf die Ümer zunehmend digitaleren Prozesse einzulassen.
00:15:06: Aber wenn ich das vielleicht noch ergänzen darf – wir nutzen Digitalisierung und KI nicht, um über diesen Weg massiv Arbeitsplätze abzubauen sondern wir möchten unsere Mitarbeitende ausdrücklich entlasten vor Massenarbeiten, vor Routineaufgaben die einfach Zeit fressen.
00:15:26: Und über den Weg versprechen wir uns dann auch einen Mehrwert.
00:15:32: zum einen für die Mitarbeitenden weil sie wissen ich kann mir auch die Zeit nehmen für dieses Beratungsgespräch aber auch für unsere Versicherten die anerkennen dass wir zum ein vor Ort erreichbar sind und zum anderen auch in jeder Fragestellung Auskunft geben können.
00:15:52: Das stelle ich mir als Spagat vor, Herr Sielewan.
00:15:55: Auf der einen Seite die Kundencenter zu besetzen und als Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung zu stehen auf einer anderen Seite haben sie ihre Online-Geschäftsstelle und ihre Mitarbeiter haben ein telefonischen oder über ihre Webseite, über ihre Online-Geschäftsstelle einen Kontakt stellen dort Anträge.
00:16:19: Also sie haben verschiedene Kanäle über die Anträge Anliegen der Versicherten bei ihnen eingehen.
00:16:28: kann mir auch vorstellen wenn ich an die versicherten Struktur denke dass das nicht so einfach ist für die Mitarbeiter das miteinander zu verbinden.
00:16:36: also wenn ich mal ältere ältore Versicherter habe Mich fragen, was soll ich mit der EPA?
00:16:46: Beispielsweise.
00:16:48: Und wenn ich jüngere Versicherter habe die Fragen, warum hab' ich jetzt das Geld für meine PZR also professionelle Zahnreinigung, warum habe ich das nicht nach einem Tag auf dem Konto?
00:17:00: dann ist das eine große Speitzung an Erwartungen in ihrer Kasse oder?
00:17:04: Das haben Sie sehr gut beschrieben dass es genau diese Situationen in der wir uns im Moment befinden.
00:17:09: Was wir, aber was auch ich wichtig finde ist das wie die älteren Versicherten nicht vergessen.
00:17:15: Also nicht jeder wird in der Lage sein sich über Online-Geschäftstellen und Co.
00:17:20: so mit der Krankenkasse zusammenzuschließen dass alle seine Anliegen zu hundert Prozent erfüllt werden.
00:17:27: Gleichzeitig sehen wir einen immer höheren Beratungsbedarf weil einfach die Leistungen sowohl in der Krankenversicherung als auch in der Pflegeversicherung bei jeder gesetzlichen Krankenkasse ist ja auch eine gesetzliche Pflegeversicherung, Pflegekasse angesiedelt.
00:17:43: Ein immer höher werdenden Beratungsbedarf auf der anderen Seite und das auch zu Recht versichert die sagen ich will eigentlich gar nicht für die Einreichung einer Rechnung professionelle Zahnreinigung noch zur Kasse fahren.
00:17:59: wir haben noch sechs Service Center wir sind also erreichbar.
00:18:03: Ich möchte das Ganze einfach mit dem Handy abfotografieren Möchte das hochladen und möchte eigentlich schon dann auf meinem digitalen Zugang meines Girokontos spätestens innerhalb von achtundvierzig Stunden den Geldeingang sehen.
00:18:17: Und genau diese Spreizung bedienen wir.
00:18:20: Wir möchten auf keinen Fall zum einen die älteren Versicherten vergessen, zum anderen den immer höheren Beratungsbedarf außer Acht lassen.
00:18:30: Den Klammern.
00:18:30: deswegen versuchen wir uns digitaler aufzustellen, die KI besser zu nutzen für diese Massenarbeitsprozesse.
00:18:38: und vor zehn Jahren hätte sie auch noch niemand vorstellen können dass wir eine Online-Geschäftsstelle haben.
00:18:44: Mittlerweile nutzt Rundeinviertel unserer Versicherten diese online Geschäftsstelle sehr aktiv Und auch da gibt es immer wieder Stufen wo die Entwicklung weiter schreitet.
00:18:58: Danke Frage an Sie Wie sieht das alles aus der Perspektive der Mitarbeitenden aus?
00:19:04: Die werden ja mit Veränderungsprojekten zu tun haben.
00:19:07: Und ich vermute, dass diese Veränderung Projekte auch neben dem Daily Business erfolgen müssen.
00:19:16: Das kann man sich als Mehrbelastung vorstellen.
00:19:19: Das ist es auch.
00:19:21: Das sind die Schnelligkeit.
00:19:24: Zum Glück ein toll großes Lob an den Mitarbeitendern.
00:19:30: Ich glaube, die Mischung macht es auch, dass die Arbeitsplätze bei uns attraktiv sind.
00:19:36: Das habe ich von Mitarbeitenden bestätigt bekommen.
00:19:40: Die sinnstiftende Arbeit kommt bei uns immer noch nicht zu kurz.
00:19:43: Wenn ich mich auf diesen Fall einzulassen und eine halbe Stunde Zeit habe um die Versicherten zu beraten, pflegende Angehörige zu begleiten dafür zu sorgen das optimale Pflege möglich ist dann ist das sehr sinnstifend und ist auf jeden Fall auch etwas Erfüllendes im Arbeitsleben.
00:20:04: Auf der anderen Seite, das darf man aber auch nicht vergessen die Vielzahl an Informationen über verschiedene Kanäle in privaten wie im beruflichen und wir sprechen ja nun über den Arbeitsalltag bei uns in der Kasse reinkommen Das ist schon nichts zu unterschätzen.
00:20:22: Wir nutzen verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten wo wir relativ schnell aktuelle Neuigkeiten verbreiten können.
00:20:32: Die sind auch nachhaltig, als Mitarbeiter können sie die auch jederzeit nachlesen.
00:20:38: Wir haben da bestimmte Arbeitsprozesse in dem Internet enthalten und wir setzen aber auf das persönliche Gespräch.
00:20:45: Natürlich ist es bei rund Hundert neunzig Köpfen, die wir hier im Unternehmen haben nicht immer leicht mit jedem persönlich zu sprechen.
00:20:55: Deswegen haben wir im Jahr Ein bis zwei Termine, wo wir versuchen alle zusammenzurufen um dann über vielleicht die Vergangenheit, die jüngsten Vergangenheiten zu sprechen und einen Ausblick in die Zukunft zu bringen.
00:21:07: Kommunikation ist also das Stichwort.
00:21:12: Danke.
00:21:13: Welche konkreten Veränderungsprojekte stehen denn bei Ihnen aktuell an?
00:21:19: Können Sie dazu was sagen?
00:21:21: Diverse Veränderungsprojekte haben wir gerade in der Kalklein.
00:21:24: Also zum einen wie eben schon erwähnt, wir bauen unsere Online-Geschäftstelle immer weiter aus.
00:21:29: Zum anderen versuchen wir weiterhin digital zu werden.
00:21:35: also noch vor drei Jahren war es nicht möglich eine Rechnung professioneller Zahnreinigung über die online Geschäftsstelle einzureichen.
00:21:43: Der Versicherte sieht ja auch nicht was im Hintergrund passiert und dem Hintergrund werden schon bis zu seventy Prozent der Rechnungen sogenannten Dunkel verarbeitet, also da muss kein Mitarbeiter mehr tätig werden.
00:21:54: Das ist dann die Entlastung, die wir haben.
00:21:57: zum anderen beschäftigen wir uns aber auch damit was das bedeutet um die veränderten Kunden Erwartungen zu erfüllen.
00:22:05: Wir haben eine Kundenbefragung gemacht und wollten wissen wie werden wir auch wahrgenommen dass das Selbstbild mit dem Fremdbild versucht wird über ein einzustimmen Und wir haben Zum einen erfahren dass man von uns erwartet, dass wir ja vor Ort präsent sind.
00:22:21: Aber das wir noch schneller werden müssen und verbindlicher werden müssen um die Zeit, die dann auch in den Gesprächen genutzt werden kann – auch da ist!
00:22:33: Und daran arbeiten wir gerade also immer wieder zurück.
00:22:36: Wir sind in einem Prozess einen großen Bereich der sich bei uns mit den Kunden beschäftigt zu organisieren weil sich über viele Jahre viele Arbeiten dort angesiedelt haben und da muss man immer wieder auch kritisch draufblicken, ob die Masse an Arbeit mit den persönlichen oder telefonischen Kontakten noch im Einklang zu bringen ist.
00:22:59: Das ist so das jüngste Projekt wo wir gerade tätig sind.
00:23:03: Also dass miteinander zu verschränken, in verschiedenen Kanäle zu verschrecken und zu überlegen wie das intelligent am besten gesteuert wird?
00:23:14: Oder sich zu entscheiden, dass bestimmte arbeiten nicht mehr in dieser Abteilung erledigt werden, sondern woanders.
00:23:21: Wo dann aber weniger oder gar kein Publikumsverkehr ist.
00:23:24: Ah, verstanden!
00:23:25: Sie haben es ja eben angedeutet die Versicherten müssen sich mit ihrer Epa auseinandersetzen und wir haben tatsächlich Fälle gehabt, wo dann die Versicherten bei uns ins Haus gekommen sind, in eine der Geschäftsstellen und haben das Smartphone auf den Tisch gelegt und haben gesagt ich komme da nicht mehr mit zurecht.
00:23:42: macht bitte mal.
00:23:43: Und dann ist es auch für die Mitarbeiter ein Erfolgserlebnis, wenn dann mit Rechnerbetreiber im Hintergrund zusammengearbeitet wird und dann irgendwann festgestellt wird in der Grundeinstellung des Smartphones.
00:23:55: Es war eine falsche Zeitzone eingestellt, die aber verhindert hat dass die E-Per erfolgreich runtergeladen und aktiviert werden konnte.
00:24:04: Das sind dann so diese Highlights eigentlich Stilbüten, aber auf jeden Fall Highlights wo auch die Versicherten erkennen das ist
00:24:10: gut
00:24:11: dass ich bei einer Krankenkasse bin, die vor Ort noch da ist.
00:24:14: Weil ich kann dann mein Smartphone nehmen und das Spiegelbild oder bildlich gesprochen den Mitarbeitenden auf ein Tisch legen und sagen jetzt mach... Das klappt
00:24:22: nicht.
00:24:22: Klappt nicht genau!
00:24:23: Mach was.
00:24:24: Gut wäre es natürlich aber wenn auf der anderen Seite ein junger Mitarbeiter sitzt, der digital affin ist viel Erfahrung hat und dann natürlich auch entsprechend beraten kann.
00:24:39: Ich kann mir vorstellen, wenn sie einen älteren Mitarbeiter haben und dann kommt er senior und legt das Handy auf den Tisch und sagt funktioniert nicht, dann geht es wahrscheinlich nicht so gut raus.
00:24:51: Ja wobei das tatsächlich keine große Generationsfrage ist.
00:24:56: Natürlich haben junge Mitarbeitenden ganz anderen Zugang zur Technik.
00:25:01: Den nutzen wir auch, um beispielsweise unsere Digitalprojekte voranzutreiben.
00:25:06: Gleichzeitig ist die Erfahrung von sogenannten älteren Mitarbeitenden durch nicht zu ersetzen in der Gesprächsführung und den Erfahrungsschatz im Überblick der verschiedenen Leistungsangebote der Krankenkassen kein Widerspruch.
00:25:20: Es ist eine Kombination von beiden,
00:25:22: die
00:25:22: man benutzen muss oder kombinieren muss.
00:25:25: Das glaube ich auch.
00:25:26: Können Sie am Ende noch etwas sagen zum Zu Ihrer Strategie?
00:25:30: Ja, also wir sind regelmäßig dabei unserer Strategie anzupassen.
00:25:38: Also jetzt nicht nur wegen des aktuellen Gesetzes.
00:25:39: Entwurf ist... Wir wissen ja auch dass die Finanzkommission Gesundheit am Ende diesen Jahres einen weiteren Bericht vorlegen wird.
00:25:46: Da wird es um Strukturkomponenten in der gesamten gesetzlichen Kragfassung gehen.
00:25:51: Das was jetzt im Gesetz gegossen ist soll ja verhindern einen kurzfristigen finanziellen Auseinanderlaufen der Ausgaben der Einnahmen.
00:26:02: Strukturkomponenten sollen Ende des Jahres dann kommen und in diesem Bereich werden wir uns auch wieder mit uns selber, mit dem Gesetz beschäftigen müssen.
00:26:14: Aber wenn Sie mich jetzt fragen würden wo sehe ich unsere Kasse in drei bis fünf Jahren?
00:26:19: Dann würde ich immer noch sagen, ich seh uns immer noch selbstständig als BKK MilitärHMR immer noch in den Regionen persönlich präsent.
00:26:32: Und wir haben diesen Spagat weiter gut bewältigt, digitaler zu werden aber die örtliche Nähe und das Hinwenden zum Kunden nicht aufzugeben.
00:26:44: Das kann ich nachvollziehen.
00:26:46: Ich kann mir auch gut vorstellen dass das die Berechtigung ihrer Kasse ist denn sie sind ja tatsächlich hier in Ost-Westfalen verankert bekannt.
00:26:57: Diese Mischung aus Regionalität auf der einen Seite, aber auch digitaler Kompetenz die sie aufbauen.
00:27:06: Die Sie jetzt schon haben.
00:27:08: also das zusammen wir sehen die Zukunft führen das glaube ich auch.
00:27:12: Ja das ist unser Plan.
00:27:13: da arbeiten wir sehr aktiv dran und Wir können uns glücklich schätzen dass die Mitarbeiter auch mitziehen.
00:27:21: Herr Silemann vielen Dank.
00:27:23: das waren eine Menge Eine Menge Informationen in diesem Podcast, also auch eine Menge Details.
00:27:29: Sie haben uns das Thema Gesundheitsreform und Lage der Krankenkassen deutlich näher gebracht.
00:27:36: Ganz herzlichen Dank dafür!
00:27:38: Sehr gerne, ich danke Ihnen für Ihr Interesse.
00:27:43: Das war die Episode mit Alexander Pipschick sowie Thomas Silemann.
00:27:48: Produktion & Schnitt, Sascha Fieler und Janis Brinkmann von Feinton.
00:27:52: Wenn euch diese Folge oder der Podcast im Allgemeinen gefällt, freuen wir uns über eine positive Bewertung.
00:27:58: Für Fragen und Anregungen schreibt uns auch gerne eine Mail an podcastatcrosspartner.de.
00:28:04: Mein Name ist Karoline Zielke.
00:28:06: Vielen Dank fürs Zuhören!
00:28:07: Und bis zur nächsten Folge.
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