Das Amt für unlösbare Aufgaben: Der mutigste Reformansatz für Behörden

Shownotes

„Wenn du einen Bürokratieabbau-Mitarbeiter eingestellt hast, dann hat er eine neue Bürokratie geschaffen."

Passierschein A38: Wir alle kennen das Bild aus Asterix, und Jahrzehnte später hat es erstaunlich wenig an Aktualität verloren. Georg Kraus spricht in dieser Folge mit Stefan Bald, der sich als Experte bei Kraus & Partner seit vielen Jahren mit der öffentlichen Verwaltung beschäftigt. Dieses Feld wächst gegen jeden politischen Wunsch weiter, mit mehr Aufgaben, mehr Normen und mehr Personal.

Bürokratieabbau, Effizienzprogramme, Reset-Initiativen: Die Liste der Reformversuche ist lang. Und das Ergebnis? Die meisten sind am System abgeprallt, und die Verwaltungen waren danach eher größer als kleiner. Lässt sich ein solches System überhaupt von innen verändern? Oder bleibt am Ende nur der radikale Schnitt, wie ihn Milei in Argentinien vorführt?

Die beiden machen es sich mit der Antwort nicht leicht. Stefan benennt das Paradox: Man kann nicht die Frösche fragen, „wie der Sumpf trocken zu legen ist". Georg liefert mit Parkinson eine unbequeme Erklärung. Die Strukturen bleiben nicht aus Trägheit am Leben, sondern wegen eines nachvollziehbaren Eigenvorteils. Wer Karriere machen will, braucht Mitarbeiter, und „in einer Behörde findest du immer Aufgaben". Das klingt zynisch, ist aber schlicht Systemlogik. Als Gegenentwurf skizzieren die beiden ein „Amt für unlösbare Aufgaben", also eine geschützte Zelle von Querdenkern mitten im System. Ohne volle Rückendeckung von oben wird diese Zelle allerdings schnell wieder assimiliert.

Was heißt das für euch, wenn ihr Verantwortung in einer Behörde tragt? Eine Reform braucht keinen Vorschlaghammer. Sie braucht Mut an der Spitze und die Bereitschaft, die eigenen Sicherheiten infrage zu stellen. Georg bringt es so auf den Punkt: „Die Veränderung beginnt beim Chef selbst."

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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge Transformation to go.

00:00:07: Westafrikanische Transformation!

00:00:11: Heute habe ich als Gast Stefan Bald, ein alter wiegtgefährte Hallo Stephan und mein Name ist Geo Kraus, Gründer im Management von Kraus & Partner bisschen angeben die Transformationsberatung in Deutschland.

00:00:33: Stefan, schön dass du gekommen bist heute.

00:00:36: Du bist ja bei uns... Wir haben hier so ein Wort Practice Leader bei uns kreiert also der Experte für eine bestimmte Industrie oder eine bestimmten Branche.

00:00:49: Ein Segment und du hast sich die letzten Jahre Jahrzehnte kann man fast sagen dich mit einem Feld beschäftigt, dass immer größer wird in Deutschland die öffentliche Hand.

00:01:03: Die öffentliche Verwaltung hinter der öffentlichen Ordnung.

00:01:09: Und so was sind denn aus deiner Sicht wenn du jetzt mal die Entwicklung der letzten Jahre anschaust?

00:01:16: Die großen Herausforderungen von Behörden und von Verwaltungen?

00:01:22: also Ich glaube, was ganz faszinierend ist.

00:01:28: Wenn du das mal wirtschaftspolitisch gerade nochmal einordnest – da seit den Achtzigerjahren gehen wir ja eher so neoliberal und damit meinen wir ja auch freiheits- und marktreibend sind wir da unterwegs?

00:01:44: Und gegenläufig ist eigentlich dass die öffentliche Verwaltung also die Steuerung über öffentliche Ämter im Grunde genommen zunimmt.

00:01:52: Es ist ein Wachstumsmarkt!

00:01:56: Auch daran kann man es festmachen, die Anzahl der Beamten nimmt immer noch zu.

00:02:03: Es wird alles kritisch diskutiert, das ist überhaupt kein Problem aber wir müssen festhalten.

00:02:08: also dass entwickelt sich gegen manchen politischen Wunsch.

00:02:15: einfach nimmt es zu.

00:02:17: Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass die gesellschaftlichen Probleme und Herausforderungen derart komplex oder auch neu werden, nehmen wir nur mal die große Flüchtlingsflut.

00:02:31: Da kommen Aufgaben auf einen Staat, auf Kommunen zu.

00:02:35: Die waren so in der Art also nicht permanent aber immer wieder in Wellen kommendie oder Corona sodass wir also eine hohe Anforderung haben das so etwas gemanagt würden wir sagen oder gesteuert wird.

00:02:51: ja Ich glaube ein wichtiges Indiz ist einfach auch, wir leben nun mal in einer gesellschaftlichen Verfasstheit parlamentarisch.

00:03:03: Auch da sagen kann man ja erstmal sagen also unser Parlament nimmt köpfemäßig sitzmäßig zu es wird kritisch diskutiert und diese ganzen Politiker die wollen auch eine Berechtigung haben also den geht's ja um was?

00:03:18: Also die haben viele Ideen was umgesetzt werden muss Und das führt natürlich zu Verwaltungsakten zwangsläufig.

00:03:26: Es gibt ja so seit ich weiß gar nicht, vor zwanzig Jahren wurde das mal eingeführt dass wenn du ein neues Gesetz verabschiedest mit der Verabschiederung des Gesetzes den einen Abschnitt ausfüllen musst, nämlich den sogenannten Erfüllungsaufwand.

00:03:41: Das heißt wie viel Arbeit entsteht denn eigentlich Auf allen Seiten, auf Seite eigentlich der Verwaltung.

00:03:47: Aber auch auf Seiten des Bürgers oder der Unternehmen die nötig sind zum Erfüllen dieses Gesetzes und ich schaue mir regelmäßig Gesetzesvorlagen an und es ist spannend wie selten dort wirklich etwas steht obwohl es eigentlich verpflichtend ist da wirklich was reinzuschreiben.

00:04:08: Und das ist ja so die dunkle Seite von Gesetzen nämlich die Bewertung des Aufwands der von Nöten ist, um dieses dann auch sicherzustellen und einzuführen.

00:04:22: Und strukturell leben wir ja nur mal in einer föderalen Republik.

00:04:27: das heißt die Umsetzungsverordnungen sind dann pro Land nochmal unterschiedlich.

00:04:31: also bei sechzehn Bundesländern hast du eben sechziehn Verordnungs wie es umgesetzt wird eventuell.

00:04:38: Also das ist schon Wahnsinn!

00:04:39: Das ist so die große Politik.

00:04:41: und aber wenn wir es jetzt mal runterbrechen auf eine Verwaltung, eine Behörde.

00:04:46: Eine Organisation, die jetzt irgendwie einen Auftrag hat etwas zu machen?

00:04:50: Ob's jetzt keine Ahnung ne Ausländerbehörde ist oder sonst was ein Planungsamt in so gibt ja tausend Behörden, die einen Mandat und eine Mission haben.

00:05:03: wie erlebst du den dort die?

00:05:05: Und jetzt kommen wir gleich zur des Pudelskernen das Thema der Effizienz und des Optimums von solchen Organisationen.

00:05:14: Ich muss noch einen Gedanken vorab schicken, gesellschaftlich können wir auch sagen dass wir also wenn du in der Gesellschaft so vermute ich und einige Soziologen bestätigen mich Wenn du fragst was ist denn wichtig für die Gesellschaft dann hörst du gerade sehr stark Sicherheit Und der Gegenpart zur Sicherheit ist vielleicht Freiheit.

00:05:42: Aber unser Sicherheitsanspruch hat zugenommen gesellschaftlich und das führt eben auch dazu, dass verstärkt den Aufwand der Verwaltung der sicheren rechtskonformen Umsetzung von Dingen – das vielleicht noch mal vorweg.

00:05:59: Und Behörden?

00:06:02: Was haben die für Herausforderungen?

00:06:04: Sie müssen diese Sicherheit letztendlich also darstellen garantieren und deshalb wird vieles rechtskonform aufgesetzt.

00:06:17: In der Denke in meiner Beobachtung, egal welche verwalterische Herausforderungen du hast ist sehr schnell erstmal die Diskussion wie es das rechtlich fundamentiert ausgelegt.

00:06:31: also welche Umsetzungsverordnungen gibt's?

00:06:33: Und dafür braucht es eben Leute die das mögen, also der Typusverwalter ist eben der mag gerne in einem gesicherten Rechtsraum agieren und orientiert sich da dran.

00:06:50: Aber weißt du es ja?

00:06:50: Das ist ja die Grundidee des Beamten.

00:06:53: Die Grundidei des Beamten haltet dich an das Gesetz, haltet Dich an die Richtlinien, haltete dich an die Vorgabe weil die Alternative wäre ja Willkür wäre ja ermessen.

00:07:04: Ich mache es mal hier, mal so und mal dort.

00:07:06: Ich lasse mich durch meine Emotionen und durch meine Tagesform oder die Beziehung, die ich zu dem Gegenüber zu den Bürger habe beeinflussen.

00:07:14: Und die Grund ist genau das zu eliminieren fast schon und zu sagen Schau emotionslos den Vorgang an und den Scheide aufgrund der Rechtslage absolut

00:07:25: nachvollziehbar und er auch richtig.

00:07:27: also ich kann's ja nur beschreiben.

00:07:29: Ich will jetzt noch gar nicht bewerten.

00:07:30: Also die Logik dahinter is klar wo man manchmal kritisch drüber nachdenkt, ist ob das Maß noch stimmt.

00:07:37: Zu unserer verfastheit gesellschaftlichen Verfasstheit ist eben auch der Schutz der Minderheiten.

00:07:42: also für jede Minderheit müssen wir eben auch die Rechtsnorm irgendwie rauskriegen und das führt eigentlich zu einem enormen Wachstum an Rechtsnorm.

00:07:53: Für jede Eventualität bilden wir gerade irgendeinen Norm oder eine Handlungsanweisung

00:08:00: Und das verstehe ich ja sogar, weil du den ermessen Spielraum des Menschen vor Ort so weit wie möglich reduzieren willst.

00:08:07: Er soll nicht mit einem solchen Menschenverstand beurteilen sondern nach einer Vorgabe.

00:08:12: Genau

00:08:13: und das Spannende daran ist also noch mal beschreibend – so ist es!

00:08:16: Das ist die Verfasstheit.

00:08:18: Also das können wir so wahrnehmen oder das bestätigt sich aus unseren Erfahrungen.

00:08:23: Jetzt haben wir natürlich, auch das gehört zu unserer Zeit die Möglichkeiten der KI der Digitalisierung.

00:08:31: Und jetzt gibt es eigentlich so ein Aha-Erlebnis.

00:08:33: also wenn ich quasi nur mich konform verhalte dann können das offensichtlich Agenten viel schneller und da hören ... Also die haben einen höheren Durchlauf.

00:08:44: Also Agenten, KI-Agenten?

00:08:47: Das ist konsequent weitergedacht Und da wundern sich gerade viele, warum der Ruf oder auch die Vorteile von KI gerade so gepriesen werden.

00:08:58: Aber sie sind ja logisch.

00:09:00: also wenn du nur nach einer Rechtsnorm bearbeitest das kann eine künstliche Intelligenz offensichtlich schneller.

00:09:10: Also müssen wir auch das andere schauen und es ist viel spannender und ich glaube da ist die Chance der öffentliche Verwaltung erleben.

00:09:21: durch Klimawandel, durch neue Weltzusammenhänge kriegen wir neue Themen die verwaltet werden müssen.

00:09:30: Und das ist das Spannende wie jetzt bleibe ich mal sehr pauschal wie Verwaltung sich dem stellen und sagen okay da ist eine neue Herausforderung Anforderungen und jetzt müssen wir damit umgehen.

00:09:42: haben wir die Ausgangssituation, dass die Rechtsnormen noch nicht so dargelegt sind.

00:09:47: Und eigentlich müssten wir jetzt aus der Systemtheorie, würden wir ja argumentieren also das kannst du erstmal nur explorativ machen.

00:09:53: Also du musst erst den Versuch machen gucken was sich bewährt wie du die Stakeholder eingebunden kriegst und dann kannst du es irgendwann quasi rechtlich in Normen bringen die dann handlungsleitend werden.

00:10:06: Und das glaube ich ist die spannende Herausforderung, also Verwaltung.

00:10:11: Ich bin noch sehr pauschal eigentlich wieder zu befähigen für neue Herausforderungen nicht Bewertes oder direkt Normen aufzusetzen sondern erst mal wieder in den Versuch zu kommen.

00:10:23: und Das braucht dann ganz interessanterweise ganz andere Beamte sag' ich Mal Also Die Lust Haben Zu Experimentieren In Experimenten Kommst viel mehr drauf an quasi in Netzwerken, in Projekten zu arbeiten.

00:10:39: Und das sind eigentlich die Kompetenzen, die da auch schlummern und die eine große Chance haben.

00:10:44: Gossini und Uderso haben ja ich glaube vor vierzig Jahren mal mit Asterix und Obelix so dieses Bild mit dem Passierschein A-Autounddreißig von dem verrückten Haus dann eigentlich die Behörde, die in Silos lebt und du wirst quasi als Kunde hin und her geschickt.

00:11:04: Das ist ja immer noch so ein Bild von Verwaltungen.

00:11:10: Ich sage es mal ein pathologisches Bild, dass sie nicht effizient sind.

00:11:14: Dass Sie vielleicht durch Regelgetrieben, durch Silo-Denken, Durch Abgrenzungen, durch zu hohen Formalismus nie ganzheitlich denken sondern getrieben sind durch Ihre eigenen Beschränkungen des Individus-, des Sachbearbeiters oder der Funktion oder der Organisation selbst.

00:11:33: Und wir haben ja jetzt selbst in all den Projekten, die wir machen auch mit der öffentlichen Hand viele Initiativen schon erlebt.

00:11:44: Bürokratieabbau, Reset-Programme, Effizienzprogramme und alle diese Säue sage ich mal, die durchs Dorf getrieben werden.

00:11:57: All diese Initiative, die man hatte wirklich effizienter zu werden Wenn ich so mal mit ein bisschen Abstand drauf schaue, die sind abgeprallt am System.

00:12:08: So elegant und so intelligent... Und faktisch sind die Verwaltungen eher größer geworden danach als kleiner.

00:12:17: Also du hast quasi wenn du einen Bürokratieabbau Mitarbeiter eingestellt hast dann hat er eine neue Bürokrate geschaffen anstatt einer dann auch los zu werden.

00:12:27: Ich frag mich und das ist ja meine wenn ich mit den Entscheidern rede Die wollen alle effizienter werden und irgendwie scheitern sie alle.

00:12:39: Wie kommen wir da weiter?

00:12:41: Unser Ansatz ist ja ganz spannend, auch da kommen wir aus der Systemtheorie und in der Systemthieorie unterscheidest du Lösungen erster und zweiter Ordnung Und das ist schon so ein Ansatz.

00:12:53: also Du musst eigentlich das System nochmal komplett hinterfragen Also in der zweiten Ordnung Und das ist dann sofort auch die Frage, die mich ja auch beschäftigt.

00:13:04: Also kannst du das System hinterfragen?

00:13:06: Also so dieser Beraterspruch ist ja also kannst du die Frösche fragen wie der Sumpf trocken zu legen ist.

00:13:13: Das ist immer eine paradoxe Situation.

00:13:18: und da hast du dann die extremen Ansätze, also Argentinien mit Millet einfach sagt ich muss das ganze Ministerium abschaffen weil es wird nicht von alleine reformierbar sein, also dieser radikale Ansatz Und was in Deutschland ganz schwer vorstellbar ist und somit die Frage, wie so ein System von Innen reformierbar mit den Menschen, die da sind.

00:13:42: Ja und unser Ansatz ist also wir wir spinnen ja gerne drüber immer wieder und beschäftigen uns damit.

00:13:50: im Grunde genommen musst du einen es hört sich jetzt ein bisschen komisch an ein Virus als eine Zelle quasi implementieren von Querdenkern die geschützt sind und diese Querdenker, die müssten einfach alles ganz anders machen.

00:14:06: Also die Dinger auf den Kopf stellen.

00:14:08: Es gibt so ein fiktives Experiment in der Literatur das ist quasi im Affengehege Lernenaffen wenn Bananen in das Gehege geschmissen wird und sie kriegen einen Eisschauer dabei.

00:14:22: also die lernen über diesen Impuls dass die bananen untouchable sind also tabuisiert sind Und das ist nachvollziehbar.

00:14:32: In diesem Experiment geht man davon aus, wenn du jetzt neue Mitglieder oder Quereinsteiger in die Affenherde integrierst der soziale Druck des Systems also die alten Affen werden die jungen Affen quasi auch daran hindern, die Bananen zu berühren.

00:14:49: Also das ist gruppendynamisch oder gruppenzychologisch.

00:14:53: alles bewiesen, dass diese Effekte gibt es.

00:14:57: Und jetzt ist tatsächlich die Frage in diesem Experiment und haben wir doch eine Chance den Affen quasi wieder beizubringen, doch anders mit den Bananen umzugehen.

00:15:09: Wenn du das weiterspinst dann kommst du eigentlich dazu dass du sagst eigentlich müsste man so ein Tunnel buddeln in das Gehege Dann im Grunde genommen so ne Plattform da rein machen Das aber die Plattform schützen mit Panzerglas Und dort müsste es zu einem Affen reinsetzen, der plötzlich wieder Bananen ist.

00:15:27: Ich kenne ja das Beispiel alle, dass er kein Neues.

00:15:32: und das Beispiel geht aber davon aus, dass die Menschen einen Vorteil den sie hätten absichtlich nicht rangehen.

00:15:40: Ich habe eine ganz andere Theorie.

00:15:43: Wir haben ja ein Buch geschrieben mit Parkinson so als ein Hauptmotivator zu diesem Thema.

00:15:51: Parkinson hat gesagt Das System ist so, weil die Leute Vorteile haben durch dieses System.

00:15:57: D.h.,

00:15:57: diese Unterstellung verhalten sich kontraromo ökonomicus?

00:16:02: Stimmt

00:16:03: er nicht!

00:16:04: Der hat ja festgestellt, dass mit dieser einen Formel jeder will Karriere machen.

00:16:10: Also musst du irgendwie dir Aufgaben anlachen, dass du mal fünf Mitarbeiter hast und dann Chef der Gruppe wirst.

00:16:16: Du wirst bei jeder Orkreform immer wieder begründen müssen, warum du eine Gehaltserhöhung willst.

00:16:21: Also musst du nochmal zwei Mitarbeiter mehr haben und dafür musst du Aufgaben finden – und du findest Aufgaben!

00:16:25: In einer Behörde findest du immer Aufgaben dann.

00:16:29: Und somit gibt es eigentlich auf der Mikro-Ebene eine Grundmotivation eher Strukturen aufzubauen als Strukturn zu reduzieren.

00:16:43: in einem intelligenten System von Menschen, die nicht dumm sind.

00:16:46: Das sind ja alles hochintelligente Menschen... ...die alle auf der Mikro-Ebene einen kleinen Vorteil haben wenn sie mehr Leute haben, wenn Sie mehr Struktur haben Wenn Sie mehr Leute heißen.

00:16:57: aber auch mehr Aufwand heißt Komplexität schaffen letztendlich nicht Komplexkeit reduzieren.

00:17:03: Dann hast du ein Dilemma weil du quasi in der Reform gegen eine Masse von Leuten die Intelligenz sind kämpfst die alle gegen einen individuellen Mikrovorteil antreten müssten, den sie aber nicht hergeben wollen?

00:17:22: Das ist das große Dilemma.

00:17:24: Das hast du in allen Segmenten der Wirtschaft.

00:17:27: Die Eigenvorteinnahme oder die Selbstoptimierung kämpft immer gegen das Altruistische und das ist auch in diesem Moment nicht anders.

00:17:38: Wenn wir das mal zu Ende spinnen dann heißt es eigentlich müssten wir Fördern also jede Führungskraft, der es gelingt Personal abzubauen.

00:17:50: Der müsste befördert werden

00:17:51: und nicht mehr laut

00:17:52: werden.

00:17:52: Wer

00:17:53: sich obsolet macht, der nach zwei Jahren geschafft hat meine Abteilungen braucht das nicht mehr.

00:17:59: Und jetzt wird's ja echt schon paradox oder perfide sogar auch.

00:18:02: Also wer will das schon?

00:18:04: Jetzt kommt die ganze Psychologie der der Komfortzone noch rein.

00:18:08: also die Leute sind ja stolz sie suchen ja Identifikationen Die wollen ja Wertschätzung an Erkennung und Dinge zu vernichten.

00:18:20: Dafür kriegst du in der Regel keine Anerkennung, aber das wäre der Ansatz.

00:18:25: Und dann kommt noch dazu ich meine die gleichen Phänomene hast du auch in Wirtschaftsunternehmen.

00:18:29: Faktisch ist es ja genau das Gleiche.

00:18:31: Das regulativ in der Wirtschaft ist dass wenn du dann halt zu dick und zu fett und zu groß wirst dann kommt ein Wettbewerber, der noch schlanker ist.

00:18:39: Der Vormacht gewinnt an den hundert Meter Lauf und du verlierst ihn.

00:18:42: Und dann hast du halt ein Problem.

00:18:44: in der Öffentlich Hand gibt es den Wett Bewerb so nicht wenn du eine Struktur hast.

00:18:49: Du hast ja auch nichts mit dem du dich wirklich vergleichst und misst.

00:18:53: Du hasst vielleicht einen internen Org-Verwalter, der vielleicht Benchmarks mit anderen gemeinten Behörden usw.

00:19:00: macht aber das ist ja Teil des Systems und denkt nicht disruptiv und anders.

00:19:09: Und das ist, glaube ich die große Herausforderung wie kann ich ein Sense of urgency in einer Struktur schaffen, die keinen echten Wettbewerb hat?

00:19:20: Ja!

00:19:21: Und viele Menschen hat sich eigentlich Mikro getrieben selbst optimieren.

00:19:28: Das nie sagen.

00:19:28: Die werden nie sagen, dass ich mich selbst optimiere.

00:19:31: Nein, niemals immer im Sinne der Organisation.

00:19:35: Ja, ich habe da auch keine Antwort darauf.

00:19:38: Ich bin aber von zwei Dingen fasziniert also diese Idee quasi in ein solches System eine Zelle zu implementieren.

00:19:48: Also unser Arbeitszettel ist ja also ein internes Amt der unlösbaren Aufgaben zu implementiren.

00:19:55: das begeistert mich.

00:19:57: Das hat echt ne Chance.

00:19:58: und Ja, wir müssen ja eigentlich den Aufruf starten.

00:20:01: Also Amtsleiter meldet euch bei uns.

00:20:04: Wir würden dieses Experiment gerade gerne mal bei euch durchführen und begleiten.

00:20:09: Ich

00:20:09: meine das ist ja... Es gibt glaube ich nur die zwei Wege.

00:20:13: der eine Weg ist zu machen so wie Elon Musk mit dem Dodge in USA.

00:20:18: Du machst wieder Millet in Argentinien also du gehst quasi radikal rein und zerstörst quasi.

00:20:27: Und dann sagst Ihr seid alle irgendwie zu fett und dick.

00:20:31: Und ich schneide jetzt einfach ab, mit dem entsprechenden Kollateralschaden, der damit dazukommt, weil die Bedenktenträger kommen immer um.

00:20:38: deswegen höre ich gar nicht erst mal auf die Ehe.

00:20:41: oder du schaffst es quasi von innen eine Optimierung reinzubringen und ich finde diese Idee dass wir haben das genannt Amt für unlösbare Aufgaben also so ne Art Inhauskonzalt Menschen die sagen lasse uns mal anders denken und gucken wie weit wir kommen Aber die auch die Intelligenz oder so, die Antikörper und die Intelligenz des Systems kennen.

00:21:02: Weil sie auch Teil des Systems sind und somit eine Reform von innen auch geschieht.

00:21:07: Und ich glaube auch das ist die einzige Möglichkeit.

00:21:10: Die werden aber auch irgendwann mal assimiliert.

00:21:14: Genau.

00:21:14: also ich komme nochmal auf dieses Affen-Experiment.

00:21:17: Also diese Plattform, die du da implementierst, diese Zelle, die braucht einen guten Schutzpanzer.

00:21:23: Das musst du sehr gut überlegt sein.

00:21:26: Wenn du das in den freien Spiel der Kräfte lässt, werden die relativ schnell gesteinigt fast.

00:21:32: Also die müssen brauchen eine volle Rückendeckung.

00:21:36: und das ist im Grunde genommen auch die Frage.

00:21:40: also welcher hohe Amtsinhaber traut sich zu so ne Schutzzone zu implementieren?

00:21:49: Ja, und warum haben wir das Amt für unlösbare Aufgaben genannt?

00:21:53: Weil so nachher meine Erfahrung und deine auch ist letztendlich die Leute sagen immer ich will aber.

00:22:00: Die andere Abteilung da sind Schnittstelle, da ist das Proben.

00:22:02: Ich würde ja gerne.

00:22:03: aber Und wenn jeder immer nur bis zu seiner Systemgrenze denkt und sagt dann geht es nicht weiter.

00:22:09: Egal ob der Sachbearbeiter der sagt meine Zuständigkeit hört am Ende meiner schreibtisch Kante auf Und weiter denke ich nicht, weil für weiter bin ich nicht verantwortlich.

00:22:17: Was danach kommt ist mir egal und der kann da auch keinen Einfluss nehmen.

00:22:21: letztendlich wenn du dann sagst ne Du musst den Prozess als Ganzes denken und Wenn du nicht weiterkommst dann spricht die Leute an Die helfen dir dabei und glaubt das ist ne Wenn du es nicht radikal machen willst braucht die öffentliche Hand mutige Führungskräfte die sagen Ich will von innen heraus die Organisation verändern.

00:22:49: Und auch, ich sage mal, die Kundenperspektive wird wichtig sein und da kann sich jeder schon jetzt trainieren.

00:22:56: Also da mag sich jeder an die eigene Nase fassen.

00:22:59: also wenn wir einen vermeintlichen Netz mal ganz bewusst ein Behördenfehler oder eine Mangel in behördlicher Arbeit wahrnimmt das bringt uns ja auf die Barrikade.

00:23:11: Und quasi mit Demut dann in der Haltung zu sagen, also die bestmöglich wohlwollend interpretiert, die versuchen gerade etwas.

00:23:19: Die versuchen, die Dinge anders zu machen.

00:23:22: Das ist quasi die Notwendigkeit, dass wir als Kunden und Bürger in der Wahrnehmung, dass da experimentiert wird, dass neue Lösungen gesucht werden, das verlangt von uns Demut.

00:23:35: Ich erlebe mich... Aber auch Nachbarschaft oder sonst was natürlich anders.

00:23:40: Also wenn nicht etwas erwartungsgemäß läuft, also das ruft in mir auch meinen inneren Bademeister.

00:23:47: Da willst du auch die Sicherheit haben und die Zuverlässigkeit?

00:23:50: Und das ist ja Widerspruch dann Ja!

00:23:51: Das ist schon eine schwierige Aufgabe.

00:23:54: Hier sind wir auch wieder bei dem gleichen, also so bei unserem eigentlich Standard-Spruch Du hast als Leiter einer Organisation immer zwei Elemente Run, also den Betriebssicherstellen und Change und Change and Run gut zu kombinieren, die Unsicherheit der Veränderung und die Stabilität des Betriebs in einem guten Verhältnis zu machen.

00:24:15: Das ist eigentlich die

00:24:16: Herausforderung.".

00:24:17: Ganz genau!

00:24:19: Und zusammenfassend also Königslösungen haben wir auch nicht.

00:24:23: unsere Überlegungen haben da gelegt im spannenden Buch was demnächst rauskommt.

00:24:27: Parkinson war erst der Anfang das sollten wir vielleicht auch nochmal kurz erklären.

00:24:31: Parkinson ein britischer Soziologe aus den fünftiger Jahren der Organisationsanalysen gemacht hat.

00:24:38: Berühmt ist er geworden mit der Analyse der britischen Admiralität, die in der Verwaltung doppelt so groß geworden ist wie ... eigentlich die Schiffe haben abgenommen aber die Verwaltung ist groß geworden

00:24:51: und

00:24:51: er hat das sehr pointierte satirisch fast schon dargelegt und ein paar Gesetzmäßigkeiten abgeleitet.

00:25:00: und deshalb dieser Titel.

00:25:02: also Der hat Recht und das ist heute noch beobachtbar, aber es ist nur der Anfang.

00:25:07: Also es gibt weitere bedenktenswerte Entwicklungen in der Entwicklung von Verwaltung Und wie gesagt Lösungen habe ich auch nicht.

00:25:17: Aber die Experimentierfreude Das macht mich ja auch so.

00:25:22: Deshalb arbeite ich gerne für Behörden oder für Verwaltung Weil ich einbringen möchte Lass uns was probieren also lasst uns zählen identifizieren, mit denen wir neue Ansätze erproben können.

00:25:36: Und

00:25:36: weiß so wie immer.

00:25:38: auch das ist also ein Klassiker bei uns die Veränderung beginnt beim Chef selbst.

00:25:43: ja der Chef muss es wollen muss eine eigene Bereitschaft zeigen in die veränderungen zu gehen auch mit den eigenen Ängsten und Sorgen die man verbindet mit der Funktion die man hat unter Implikation nach außen wenn dieser Mensch diese Bereitshaft zeigt Und ich merke es immer, wenn wir in solchen Projekten drin sind.

00:26:02: Da passiert auch was aber da beginnt die Veränderung.

00:26:06: Ja Georg vielen Dank!

00:26:09: Danke dir!

00:26:12: Das war die Episode mit unseren beiden Experten Dr.

00:26:14: Georg Kraus und Stefan

00:26:16: Bald Produktion & Schnitt

00:26:17: Janis Brinkmann und Sascha Fieler von Feindone.

00:26:21: Wenn euch diese Folge oder der Podcast im Allgemeinen gefällt freuen wir uns über eine positive Bewertung.

00:26:27: Für Fragen

00:26:27: und Anregungen schreibt uns auch gerne eine Mail an www.podcastatcrosspartner.de.

00:26:33: Mein Name ist Caroline Zierke, vielen Dank fürs zuhören und bis zur nächsten Folge!

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